
Wie schaffen Frauen den Spagat zwischen Familie und Beruf ohne Stress?. Bild: Archiv
Im Büro läuft alles gut. Keine Frage: Sie schaffen den wichtigen Bericht noch bis zum Feierabend. Da klingelt das Telefon. Die Lehrerin Ihres Jüngsten meldet sich und bittet darum, den Jungen abzuholen. Er habe sich verletzt, nicht so schlimm – aber trotzdem. Ihnen wird ganz flau, Sie haben Schweißausbrüche und überlegen blitzschnell. Weiter arbeiten und den Sohn warten lassen oder die Arbeit liegen lassen und den Sohn abholen? Könnte vielleicht die Oma, die Nachbarin.....? Egal, wie sie sich entscheiden, das schlechte Gewissen ist vorprogrammiert und sie haben ziemlichen Stress.
„Es gibt Dinge, die können wir nicht verändern“, sagt Patric P. Kutscher in seinem Vortrag am16. Mai im Rahmen einer ehrenamtlichen Vortragsreihe (Titel: Stell Dir vor, es gibt Stress und Du machst nicht mit - wir berichteten), doch wenn Sie am Abend nach so einem Tag völlig mit den Nerven runter sind und sich bei Ihrem Mann darüber beklagen, hat der ehemalige ZDF-Sprecher schon den nächsten Tipp bereit und der ist für Ihren Intensivsozialpartner bestimmt:
„ Hören Sie einfach zu, denn Frauen wollen keine Lösung, sondern nur erzählen. Signalisieren Sie Verständnis und fragen Sie, ob Sie etwas für sie tun können. Wahrscheinlich sagt sie „nein“, doch danach geht es ihr besser und Sie haben keinen Stress!“
Keine Frage, der diplomierte Verkaufs- und Verhaltenstrainer ist ein Frauenversteher und im folgenden haben wir noch weitere Anti-Stress-Tipps für Sie.
Und zwar: Situationen klären, denn Dinge nicht anzusprechen, ist auch eine Form von Stress. Umstände oder Zustände werden sich nicht von allein verbessern. Entweder Sie sprechen es an oder es bleibt, wie es ist.
Oft genug gehen wir mit Menschen, die uns die liebsten sind, in einer Art und Weise um, wie wir es mit Fremden nie tun würden und ganz besonders mit unseren Kindern. „Hier hilft ein kleiner Trick“, meint Patric P. Kutscher, „denken Sie doch einfach: das sind gar nicht unsere Kinder, die gehören den Nachbarn und schon wird sich etwas verändern.“
Eine Frage: was machen Sie mit sich, wo wollen Sie in drei, in sechs oder in zwölf Monaten sein? Was wünschen sie sich für die Familie? Wenn Sie darauf keine Antwort haben, finden Sie sie! „Wir müssen uns Ziele in irgendeiner Form setzen und nicht warten bis sich alles aufstaut. Ganz wichtig: schreiben Sie alles auf!“
Erinnern Sie sich an Ihre guten Vorsätze und mindestens einmal in der Woche sollten Sie sich selbst kontrollieren. Dabei hilft folgende Handformel: D wie Daumen = Denker- gebnisse! Was hat mein Denken oder vielleicht sogar meine Denkstruktur beeinflusst? Z wie Zeigefinger = Ziele.
Was habe ich in dieser Woche getan, um meine Ziele zu erreichen. Spätestens jetzt merken Sie, wenn Sie gar keine haben. M wie Mittelfinger = Mentalität. Was hat meine Stimmung beeinflusst? Wann war ich gut drauf, wann schlecht? Rekapitulieren Sie: Was hat dazu geführt, dass ich gut oder schlecht drauf war? Entscheidend ist nicht die gute oder schlechte Laune, finden Sie heraus warum das jeweils so war. R wie Ringfinger = Ratgeber. Die Hirnforschung hat hieb- und stichfest nachgewiesen, dass es uns gut tut und entstresst, wenn wir anderen Menschen helfen - wenn wir anderen einen guten Rat geben, jedoch mit dem echten Bedürfniss, wirkliche Hilfestellung zu leisten. Und das K für den kleinen Finger steht für Konstitution.
Und die ist auch ganz wichtig. Stress hat ganz viel mit Psychologie zu tun. „ Es gibt Trainer, die empfehlen Selen oder eine Kombination aus Zink und Eiweiß. Das führt dazu, dass der Körper Testosteron bildet - wichtig für ein gutes Gefühl. Doch manchmal sind es die ganz einfachen Dinge im Leben, die wir schlichtweg vor lauter Stress vergessen. Haben Sie heute genug Wasser getrunken, Gemüse und Obst gegessen? Ausreichend geschlafen und genug Bewegung gehabt? Stehen Sie aufrecht und haben Sie heute schon gelacht? Und wann haben Sie das letzte Mal Ihr Lieblingsbuch gelesen, ihre Lieblingsmusik gehört?
Hoffentlich ist es nicht allzu lange her und wenn doch, dann sollte das als erstes auf Ihrem Zettel stehen. Das waren – wenn auch ziemlich komprimiert – die wichtigsten Anti-Stress-Tipps von Patric P. Kutscher, dem leitenden Direktor des DIR Deutsches Institut für Rhetorik, gut geeignet für die Pinnwand und für besondere Tage, wo es uns mal wieder überrollt.
