
Ăśber den Traum von der
Selbstständigkeit
Achtzehn Jahre lang arbeitet sie auch am Sonntag und hat nie einen geregelten Alltag. Denn außer den vier K´s (Kinder, Kirche, Küche, Körper), leitet sie gemeinsam mit ihrem heutigen Exmann ein Seminarhaus in Obereschach und ist für die gesamte Betreuung der Gäste zuständig. Dann verändert sich ihr Leben und Ursula Apostel wird im April dieses Jahres, im Alter von 52 Jahren, arbeitslos.
Jetzt ist sie (vielleicht) auf dem Weg in die Selbständigkeit, denn eine Geschäftsidee läuft ihr hartnäckig hinterher und wird ihr immer wieder zugetragen. Wir wollen sie ein Stück weit auf ihrem Weg begleiten, denn Ursula Apostel geht die ganze Geschichte sehr vorsichtig an. „Als ein Unternehmer mir zum ersten Mal sagte, wie geeignet ich doch sei, ein Geschäft selbständig zu führen und wie gerne er mir seine Ware auf Kommission geben würde, habe ich erst einmal geschluckt. Wie soll ich das bewerkstelligen, ich bin doch arbeitslos“, berichtet sie. Doch der Unternehmer lässt nicht locker und dann kommt auch noch von mehreren Seiten viel Ermutigung zu diesen Schritt und Ursula Apostel kann einfach nicht mehr wiederstehen.
Ursulas Leidenschaft heißt „Natur“. In ihrem zukünftigen Geschäft möchte sie Naturkleidung anbieten, die nicht chemisch behandelt ist. „Das soll die Hauptware sein, doch zusätzlich möchte ich Naturseifen, Propolis (Bienenharz), Taschen aus Filz und vieles Schöne und Natürliche aus der Region verkaufen.“ Doch zuerst muss sie erst einmal wissen, was alles an Kosten auf sie zukommt und recherchiert im Internet. Ein leeres Ladenlokal in der Innenstadt von Villingen interessiert sie, doch nach einem Gespräch mit dem Vermieter winkt sie ab. Viel zu groß, viel zu teuer, keine Chance! Doch dann entdeckt sie einen kleineren Laden, der ihr gut gefällt. Der Vermieter macht ein Angebot und es hört sich alles ziemlich gut an. Ursula Apostel ist guter Dinge. Denn die Ware würde sie auf Kommission erhalten und sogar die entsprechenden Verkaufsregale würden gleich mitgeliefert werden.
Ihre Beraterin bei der Agentur für Arbeit nimmt ihre Betreuungspflicht sehr ernst und gibt ihr jede Menge Hinweise und Tipps. Der nächste Schritt führt Ursula Apostel zur Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg. Sie landet bei Katrin Kress, die sie eingehend berät.
Ein Businessplan muss her und Ursula Apostel hat jede Menge Fragen. Worauf muss sie beim Mietvertrag achten, wie melde ich ein Gewerbe an, wie hoch sind die Versicherungen? Braucht sie eine eigene Mülltonne, wie hoch ist die Krankenversicherung und wie weit reicht der Existenzgründerzuschuss den sie erhalten würde? Mit einer ersten Kalkulation führt ihr nächster Weg zur Hausbank. Das Thema sind öffentliche Mittel. Für Ursula Apostel käme das Landesprogramm Startfinanzierung 80 in Frage. Das beinhaltet keinen Zuschuss, sondern günstigere Zinsen. Das erste Vorgespräch verläuft positiv. Gemeinsam mit Katrin Kress wird jetzt ein Businessplan erstellt. „Viele Existenzgründer sehen das nicht ein, doch der Businessplan ist eine Art Checkliste mit zeitlicher Schiene. Man bekommt ein Gefühl für Zahlen, muss die Angst davor verlieren, denn oft sind 20.000 Euro nicht viel Geld, wenn man sich selbständig machen will. Und im Nachhinein wird mir immer wieder bestätigt, wie gut das doch war, alles mal aufzuschreiben“, Katrin Kress kann Gründungsseminare, Workshops, ein Coaching-Programm, das zu 90 Prozent gefördert wird und später auch Jungunternehmerstammtische anbieten. „Frauen gründen anders als Männer“, sagt die Projektleiterin für Unternehmensförderung und Start (Tel. 07721-922348). Frauen sind einfach vorsichtiger und überlegen gründlicher. Und doch ist mindestens die Hälfte nicht erfolgreich und muss wieder aufgeben. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Ein schlecht durchdachtes Konzept, die Umsatz- und Gewinnzahlen stimmen nicht, viele vergessen das Thema Steuern, den Unternehmerlohn und haben eine zu geringe Kapitaldecke. „Viele Existenzgründer meinen, dass sie selbst wenig Geld brauchen, doch was allein die Sozialversicherung kostet, ist nicht unerheblich.“
Ursula Apostel ist im Augenblick ziemlich häufig bei Katrin Kress. Mittlerweile hat sie ein bisschen Angst vor der eigenen Courage. Denn die Investitionskosten werden immer höher, was bedeutet, dass die laufenden, monatlichen Kosten steigen und ein Puffer ist auch noch nicht eingeplant. „Was ich alleine verkaufen muss, um keine roten Zahlen zu schreiben, schreckt mich schon im Augenblick“, sagt Ursula Apostel.
Ein Businessplan muss her und Ursula Apostel hat jede Menge Fragen. Worauf muss sie beim Mietvertrag achten, wie melde ich ein Gewerbe an, wie hoch sind die Versicherungen? Braucht sie eine eigene Mülltonne, wie hoch ist die Krankenversicherung und wie weit reicht der Existenzgründerzuschuss den sie erhalten würde? Mit einer ersten Kalkulation führt ihr nächster Weg zur Hausbank. Das Thema sind öffentliche Mittel. Für Ursula Apostel käme das Landesprogramm Startfinanzierung 80 in Frage. Das beinhaltet keinen Zuschuss, sondern günstigere Zinsen. Das erste Vorgespräch verläuft positiv. Gemeinsam mit Katrin Kress wird jetzt ein Businessplan erstellt. „Viele Existenzgründer sehen das nicht ein, doch der Businessplan ist eine Art Checkliste mit zeitlicher Schiene. Man bekommt ein Gefühl für Zahlen, muss die Angst davor verlieren, denn oft sind 20.000 Euro nicht viel Geld, wenn man sich selbständig machen will. Und im Nachhinein wird mir immer wieder bestätigt, wie gut das doch war, alles mal aufzuschreiben“, Katrin Kress kann Gründungsseminare, Workshops, ein Coaching-Programm, das zu 90 Prozent gefördert wird und später auch Jungunternehmerstammtische anbieten. „Frauen gründen anders als Männer“, sagt die Projektleiterin für Unternehmensförderung und Start (Tel. 07721-922348). Frauen sind einfach vorsichtiger und überlegen gründlicher. Und doch ist mindestens die Hälfte nicht erfolgreich und muss wieder aufgeben. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Ein schlecht durchdachtes Konzept, die Umsatz- und Gewinnzahlen stimmen nicht, viele vergessen das Thema Steuern, den Unternehmerlohn und haben eine zu geringe Kapitaldecke. „Viele Existenzgründer meinen, dass sie selbst wenig Geld brauchen, doch was allein die Sozialversicherung kostet, ist nicht unerheblich.“
Ursula Apostel ist im Augenblick ziemlich häufig bei Katrin Kress. Mittlerweile hat sie ein bisschen Angst vor der eigenen Courage. Denn die Investitionskosten werden immer höher, was bedeutet, dass die laufenden, monatlichen Kosten steigen und ein Puffer ist auch noch nicht eingeplant. „Was ich alleine verkaufen muss, um keine roten Zahlen zu schreiben, schreckt mich schon im Augenblick“, sagt Ursula Apostel.
Ihr Konzept wird daher immer wieder überarbeitet und ausgeweitet. Mit ihrer Naturware will sie nicht die Jugend, sondern Schwangere, junge Mütter und Großmütter ansprechen, ist auf der Suche nach Untermietern, die zum Beispiel ihren Tee in ihrem Laden verkaufen, will in das Internet-Geschäft einsteigen, plant ein entsprechendes Werbekonzept und möchte später Mode selbst entwerfen.
Keine Frage: Ob, wann und wo Ursula Apostel sich selbständig macht, steht in den Sternen. Und doch liegt der Weg mittlerweile klar vor ihr: „Früher war ich zwar angestellt, doch in unserem Familienbetrieb und das ist etwas ganz anderes, als in einem fremden Betrieb nach Weisungen arbeiten zu müssen. Ich weiß nicht, ob ich das will und kann, deshalb ist mein neues Ziel in jedem Fall die Selbständigkeit!“
Wir werden weiter berichten und hoffentlich auch irgendwann mit einem Glas Sekt in der Hand am Eröffnungstag in Ursulas Geschäft stehen.
Info Kasten
Arbeitslose, die sich selbständig machen wollen, erhalten einen Gründungszuschuss. Zusätzlich werden € 300 zur sozialen Absicherung gewährt. Dieses Geld reicht gerade, um die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge für die freiwillige Mitgliedschaft zu zahlen. Wer, wie und was gründungswillige Arbeitslose erhalten, ist ziemlich kompliziert und muss individuell erfragt werden. Zuständig ist die Bundesagentur für Arbeit.
Zusätzlich werden von den Industrie- und Handelskammern etliche Beratungsleistungen angeboten (siehe nebenstehenden Bericht) und im Bereich Gastronomie bietet der Fachverband DEHOGA Baden-Württemberg kostenlose Informationstage, kostenlose und unverbindliche Informationen, Gründungs-Pakete und und und...an. Etliche Infos im Internet unter www.dehoga-beratung.de oder direkt bei der Hauptgeschäftsstelle in Stuttgart (Tel. 0711-6198837) den Ansprechpartner vor Ort erfragen. Für die Finanzierung gut durchdachter Vorhaben hat Katrin Kress von der IHK folgende Erfahrungen gemacht: „Stimmt das Konzept und überzeugen die Gründungswilligen, sind Volksbanken wie Sparkassen auch zu einer Finanzierung bereit, denn sie fördern grundsätzlich die regionale Wirtschaft.“
Wir werden weiter berichten und hoffentlich auch irgendwann mit einem Glas Sekt in der Hand am Eröffnungstag in Ursulas Geschäft stehen.
Info Kasten
Arbeitslose, die sich selbständig machen wollen, erhalten einen Gründungszuschuss. Zusätzlich werden € 300 zur sozialen Absicherung gewährt. Dieses Geld reicht gerade, um die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge für die freiwillige Mitgliedschaft zu zahlen. Wer, wie und was gründungswillige Arbeitslose erhalten, ist ziemlich kompliziert und muss individuell erfragt werden. Zuständig ist die Bundesagentur für Arbeit.
Zusätzlich werden von den Industrie- und Handelskammern etliche Beratungsleistungen angeboten (siehe nebenstehenden Bericht) und im Bereich Gastronomie bietet der Fachverband DEHOGA Baden-Württemberg kostenlose Informationstage, kostenlose und unverbindliche Informationen, Gründungs-Pakete und und und...an. Etliche Infos im Internet unter www.dehoga-beratung.de oder direkt bei der Hauptgeschäftsstelle in Stuttgart (Tel. 0711-6198837) den Ansprechpartner vor Ort erfragen. Für die Finanzierung gut durchdachter Vorhaben hat Katrin Kress von der IHK folgende Erfahrungen gemacht: „Stimmt das Konzept und überzeugen die Gründungswilligen, sind Volksbanken wie Sparkassen auch zu einer Finanzierung bereit, denn sie fördern grundsätzlich die regionale Wirtschaft.“
