Wie schĂŒtze ich meine Kinder?

- Bekannter Polizeipsychologe A. Gallwitz hÀlt Vortrag im Europa-Park -

Adolf Gallwitz, bekannter Medizin- und Polizeipsychologe, Professor fĂŒr Psychologie. Seine Forschungsschwerpunkte sind SexualkriminalitĂ€t, JugendkriminalitĂ€t und KriminalprĂ€vention. Bild: Tim Dickmann

Gestern war wieder so ein Tag. Ein kleines, rundes, weiches, sĂŒĂŸes, 21 Monate altes MĂ€dchen mit großen, braunen Augen und hellen Locken, sitzt auf meinem Schoß und schmiegt sich vertrauensvoll an mich. Lacht voller Lebensfreude und saugt mit glĂ€nzenden, großen Augen die kleinen und großen Wunder dieser Welt auf wie ein Schwamm.
Es ist das fĂŒnfte Kind fĂŒr mich. Zwei eigene und drei Enkelkinder. Was fĂŒr ein großes GlĂŒck. Doch bis sie alle erwachsen sind, werden noch etliche Jahre ins Land gehen. Viele Tage, viele Gefahren, die bestanden und ĂŒberstanden werden mĂŒssen - in allen Richtungen. Denn was da im Hintergrund lauert, gut versteckt und perfekt getarnt, von uns oft genug gar nicht wahrgenommen, ist die Zerstörung, ja eigentlich die Vernichtung, unserer Kinder schlechthin.
"Unsere Kinder sind bedroht. PĂ€do-kriminelle greifen sie an. Mitten unter uns, gleich nebenan, und das vielleicht hĂ€ufiger und rĂŒcksichtsloser als jemals zuvor", sagt der bekannte Polizei-psychologe Professor Adolf Gallwitz. Sie zerstören die Seelen unserer Kinder, der Kinder in Laos, Vietnam, in Tschechien, in Marokko, der Kinder auf der ganzen Welt. Und ihr Jagdrevier wird immer grĂ¶ĂŸer. Kinder werden vermehrt zur Handelsware. Keiner weiß, wie viele es sind. Die Dunkelziffern sind seit vielen Jahren erschreckend hoch.
Keine Frage, fĂŒhrt der Polizeipsychologe in seinem neuesten Buch "PĂ€dokriminalitĂ€t weltweit" aus (ISBN 978-3-8011-0598-3, erscheint Mitte MĂ€rz), diese KriminalitĂ€t passt nicht zu einer zivilisierten Gesellschaft, passt nicht zu unseren Idealen, zu dem Weltbild der westlichen Demokratien und zu denen der EuropĂ€ischen Gemeinschaft. Vielleicht ist das der Grund, warum ausgerechnet diese Verbrechen an den Kindern der Welt vielfach ignoriert, verdrĂ€ngt, vertuscht, einfach verschwiegen werden und kaum peinlicher sind als eine Steuerhinterziehung.
Tatsache ist aber, dass diese KriminalitĂ€t in hohem Maße von den westlichen Demokratien, von den hoch zivilisierten LĂ€ndern ausgeht. Um es klar zu sagen: Die TĂ€ter sind unter uns. Sie finden sie in allen Gesellschaftsschichten. Es sind Arbeiter,

Das Cover des neuen Buches von Adolf Gallwitz und Manfred Paulus: "PÀdokriminalitÀt weltweit". Es erscheint Mitte MÀrz.

Angestellte, Akademiker, Menschen mit viel Geld - Menschen mit wenig Geld. Überwiegend MĂ€nner, doch auch immer mehr Frauen. Es sind Ärzte, PĂ€dagogen, Pfarrer, Politiker, Jugendbetreuer, Rechts-anwĂ€lte, Stars, Journalisten... Sie agieren immer mehr in Datennetzen, sind Fremde, doch oft genug unsere Nachbarn, Freunde unsere Familie. Und dann wird es richtig dramatisch. Wie und wo die Gefahren fĂŒr unsere Kinder lauern und wie wir unsere Kinder wirksamer schĂŒtzen können als bisher, erfahren Sie am 10. MĂ€rz im Europa-Park aus erster Hand.
Adolf Gallwitz, Medizin- und Polizei-psychologe, Prodekan der Sozialwissen-schaftlichen FakultĂ€t und Professor fĂŒr Psychologie und Soziologie an der Hochschule fĂŒr Polizei in Villingen-Schwenningen, wird klare Worte finden und ganz speziell auf die Gefahren fĂŒr Kinder und Jugendliche im Internet eingehen (siehe Info-Kasten). Eigentlich mĂŒsste dieser Vortrag von Professor Adolf Gallwitz Pflicht sein, absolute Pflicht fĂŒr Eltern und Erzieher, fĂŒr Lehrer und Trainer, so wie der Erste-Hilfe-Lehrgang fĂŒr jeden FĂŒhrerschein-AnwĂ€rter.
Gibt er uns doch das RĂŒstzeug an die Hand, das wir so dringend brauchen. Eigentlich mĂŒsste dafĂŒr der Terminkalender frei gerĂ€umt werden, denn das ist nicht das Fernsehen, sondern ein Mensch, der aus der Praxis kommt. Der Fragen beantworten und helfen kann. Es erwartet Sie ein Vortrag ohne Panikmache und immer in der richtigen Relation, denn nicht jeder Kinderfreund ist gleich ein Kindermörder.
Sie erleben einen Vortrag, der auf Tatsachen beruht, uns hilft, zu erkennen, wann es brenzlig wird, uns sicherer machen soll fĂŒr die große Verantwortung, die wir alle tragen und uns Mut gibt einzugreifen, wenn es nötig ist - egal ob es die eigenen oder fremde Kinder sind, egal ob Pfarrer oder Vater, ob Bruder oder bester Freund - zum Wohle aller Kinder, die wir behĂŒten und beschĂŒtzen mĂŒssen. Diese letzten zwei AbsĂ€tze schrieb ich schon einmal im Mai 2001. Damals hielt Adolf Gallwitz einen Vortag in der Polizei-FH in Villingen-Schwenningen. 700 Menschen kamen damals. Ich wiederhole mich ungern, doch treffendere SĂ€tze sind mir nicht eingefallen.

Der Vortrag:
Wann droht Kindern und Jugendlichen Gefahr? Wie werden Kinder und Jugend-liche Opfer im Internet? Wo sind die TĂ€ter und die TĂ€terszene? Was kann ich tun um sie zu schĂŒtzen? Adolf Gallwitz, bekannter Medizin- und Polizeipsychologe, Prodekan der Sozialwissenschaftlichen FakultĂ€t und Professor fĂŒr Psychologie und Soziologie an der Hochschule fĂŒr Polizei in Villingen-Schwenningen, hĂ€lt im Rahmen der Vortragsreihe "Neue Perspektiven" einen Vortrag im Europa-Park. Titel: Wie schĂŒtze ich mein Kind vor Missbrauch. Wann: 10. MĂ€rz 2008, um 19.30 Uhr, im Raum "La Scala/Hotel Colosseo". Eintritt: € 10. Reservierung möglich unter Tel. 01805/788997 (14 Cent/Min. aus dem ddt. Festnetz) Wie immer, bei der Vortrags-reihe, die seit 2005 lĂ€uft, von Marianne Mack initiiert wurde und von Barbara Dickmann begleitet wird, werden die Eintrittgelder ĂŒber den Förderverein "Santa Isabel e.V." dazu verwandt, um Kindern und deren Familien in Not, sinnvoll, schnell und unbĂŒrokratisch zu helfen. Alle Beteiligten arbeiten ehrenamtlich ck.

Missbrauch - Es ist unglaublich!
Oft sind es Journalisten, die MissstÀnde aufdecken und aufklÀren. Hier ein Beispiel aus dem neuesten Buch von Adolf Gallwitz und Manfred Paulus: "PÀdokriminalitÀt weltweit" (ISBN 978-3-8011-0598-3, erscheint Mitte MÀrz).
Eleonore P., eine junge Journalistin, war dabei, einen Bericht ĂŒber die Kinderprostitution auf den Philippinen zu schreiben. Sie brauchte in Manila nicht lange nach TĂ€tern und Opfern zu suchen. Im GefĂ€ngnis saß auch ein Deutscher, der wegen massiven sexuellen Missbrauchs eines 11-jĂ€hrigen MĂ€dchens zu einer langjĂ€hrigen Haftstrafe verurteilt worden war. Noch wĂ€hrend der TĂ€ter, ein Arzt aus Norddeutschland, in einer wenig komfortablen Zelle ĂŒber seine Taten nachdachte, kam es zu diplomatischen BemĂŒhungen. Die Haftbedingungen waren fĂŒr ihn schließlich nicht zumutbar, die Gefangenschaft nur schwer zu ertragen. Dr. Friedrich M. konnte nach wenigen Wochen Haft seine Heimreise nach Deutschland antreten. Eine langjĂ€hrige, wenig angenehme Haft auf den Philippinen blieb ihm erspart. "Das ist ja O.K.", fand Eleonore P. "aber was dann geschah, das ist fĂŒr mich nicht nachvollziehbar, das ist unglaublich". Dr. Friedrich M. fĂŒhrte in Deutschland sein Leben so weiter, wie er es gewohnt war. Er kehrte zu seiner Frau in die kleine Villa am Stadtrand zurĂŒck und fĂŒhrte seine Praxis, so wie seit eh und je. Offensichtlich dachte kein Mensch daran, aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse ein Folgeverfahren gegen ihn einzuleiten. Keine Behörde, keine Institution wurde aktiv. Niemand interessierte sich dafĂŒr, dass Dr. M. auf den Philippinen beschuldigt wurde, ein Verbrechen an einem Kind begangen zu haben. Im Gegenteil: "Als ich den Sachverhalt schilderte und mein UnverstĂ€ndnis zum Ausdruck brachte, kamen sie mit haltlosen Ausreden...", klagte die Journalistin.
Erst aufgrund der Angaben von Eleonore P. wurde gegen Dr. M. bei der zustĂ€ndigen Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Ver-dachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern erstattet und ein Verfahren eingeleitet. Über dessen Ausgang wurde bislang nichts bekannt... (Quelle: PĂ€do-kriminalitĂ€t weltweit).

Barbara Dickmann