Drei einsame, aber mutige Frauen als Gegenpol zu einer NPD-Kundgebung.
Bild: R. Dickmann
Fast alle sind jung, fast alle in schwarz und fast alle Männer haben diese seltsamen Frisuren. Sie wissen schon: Schläfen und Nacken rasiert und das Deckhaar lang...
Marktplatz Stralsund, 24. Oktober 2009. 150 Männer und Frauen haben sich
versammelt. Umzingelt von fast ebenso vielen Polizisten mit schusssicheren Westen, Helmen und Schlagstöcken in den Händen. Wer hier aufläuft wird schnell klar - auch ohne Transparent. Keine Frage: Die NPD macht mobil. Mit Reden, die so unglaublich sind, dass sie wirklich nicht wiederholt werden müssen. Die Stimmung ist eigenartig. Latentes Unwohlsein bis zur Fassungslosigkeit. Nur wenige Menschen stehen am Rand des Markplatzes. Keine Gegendemo, keine Gegenstimmen.
Doch dann kommen drei Frauen und stellen sich vor die Polizisten. Alle drei über fünfzig und ziemlich mutig. Denn sie schreien tatsächlich. Versuchen, die Redner zu unterbrechen. "Geht nach Hause, geht nach Hause...". So geht es eine ganze Weile. Natürlich können sie
nicht viel ausrichten und doch werden sie gefilmt. Nicht von dem Fernsehsender, sondern von den Männern aus den Reihen der NPD. Ob sie denn keine Angst haben, fragen wir sie? Nein, lautet die einstimmige Antwort, sie können das einfach nicht zulassen, dass diese jungen Menschen so verführt werden und sie werden weitermachen. Einfach mutig!
Barbara Dickmann
