Raus aus dem Kaufrausch

- Seminare ums liebe Geld und um besser mit dem Einkommen auszukommen -

Dr. Julia Stein ging auf Aspekte des Älterwerdens ein und wie sich das mit Freuden erreichen lässt. Bild: S. Przewolka

Ingrid L. hat schon immer gerne Geld ausgegeben. Doch richtig dramatisch wird es in ihrer Ehe. Regelmäßig fährt sie in die Stadt und durchstreift Boutiquen und Parfümerien. Beim Aussuchen und Kaufen ist sie in Hochstimmung. Der Einkauf ist eine aufregende Unterbrechung ihres Alltags. Kaufen ist etwas Besonderes. Sie fühlt sich dabei selbstbewusst und großartig. Ingrid weiß gleich, was ihr gefällt oder nicht, sie kauft schnell und spontan und unendlich viel. Auch nach dem Kauf fühlt sie sich zufrieden. Geld spielt keine Rolle. Sie gibt es mit vollen Händen aus. Bald passen ihre Kleider nicht mehr in den Schlafzimmerschrank, das Gäste-zimmer wird vollgestopft und manchmal schmeißt sie fast ungetragene Sachen einfach weg. Keine Frage, Ingrid L. ist kaufsüchtig. Warum und wieso bleibt dahingestellt. Ingrid L. ist ein Extremfall. Doch wie sieht der Alltag aus:

Der Briefkasten quillt über vor Werbung. Kataloge mit jeder Menge Schnäppchen flattern ins Haus. Die Nachbarin trägt bereits die neueste Herbstmode, das Auto ist auch nicht mehr das neueste und ein Flachbildschirm müsste endlich her. Wir leben in einer Konsum orientierten Gesellschaft, die uns täglich suggeriert, was wir alles brauchen. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Haushalte, die mit immer weniger Geld auskommen müssen. Doch nicht nur Geringverdiener, sondern auch die sogenannte Mittelschicht tut sich oft schwer mit dem Auskommen mit dem Einkommen. Das Konto ist ständig überzogen, ja manchmal wird sogar der Jahresurlaub ein ganzes Jahr danach abgestottert. Das Diakonische Werk hat deshalb eine Veranstaltungsreihe initiiert, die helfen soll, ,,mit dem Einkommen auszukommen". Und sie richtet sich keinesfalls nur an Menschen mit geringem Einkommen, sondern an alle, die generell Schwierigkeiten haben mit ihrem Geld auszukommen - egal wie viel sie verdienen. In der Zeit vom 19. September bis 10. November gibt es neun verschiedene Veranstaltungen, die sich alle um das liebe Geld drehen.
Hier die ersten zwei: "Budgetplanung leicht gemacht", Vortrag mit Kathrin Fackler, Beratungsdienst der Sparkassen-finanzgruppe am Mittwoch, 19.9., 18 Uhr im Gemeindehaus der Ev. Markusgemeinde, Heidelbergerstraße in Villingen. Katrin Fackler ist Dipl. Oecotophologin. Ihre Themen sind im Einzelnen: Haushaltsbuchführung - wie geht das? Ansatzpunkte zum sparsamen

und reflektierten Umgang mit finanziellen Mitteln. Die Bedeutung von Offenheit in der Familie und Notfallregeln bei finanzieller Knappheit. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Am 22.September von 9 bis 16 Uhr findet ein Tagesworkshop mit Petra Körber von der Firma Grünzweig-Coaching Radolfzell im Seminarraum der Ev. Erwachsenenbildung, Mönchweilerstr. 4, in Villingen statt. Es werden finanzielle Ziele erarbeitet, über Ausgaben und Einnahmen gesprochen, über den Ausgaben Ist- und Soll-Zustand und über lebensnotwendige und Luxus-Ausgaben. Was passiert im Notfall? Wie sieht der persönliche Finanzplan aus, welche Methoden gibt es zur Kontrolle und mit was für Tipps und Tricks kann man sich selbst im Umgang mit Geld überlisten. Und am 24.9. von 11 - 14 Uhr heißt es "Schmackhaft Essen mit wenig Geld", Workshop im Landwirtschaftsamt in Donaueschingen, Irmastraße (kostet 4 €). Bei beiden Workshops bitte anmelden unter Tel. 07721-845150.
Geld bestimmt unser Leben, erfüllt materielle Wünsche, sichert eine sorglose Zukunft. Man muss nur richtig damit umgehen, es verdienen, es anlegen, es nutzen. Geld ist für Frauen ein Gebrauchswert: Wir fördern unsere Kinder, sorgen für die Familie und gönnen uns etwas. Geld ist emotionslos und kalt, doch absolut nützlich. Wir werden weiter berichten.

Barbara Dickmann