Klaus Idler hilft, wenn Kindern das Lernen schwer fällt. Bild: B. Dickmann
Sebastian, 11 Jahre alt, sitzt in seiner Klasse in der ersten Reihe. Seine Lehrerin diktiert: "Seit zwei Tagen hat Ulla einen Regenschirm. Doch was nützt ein Regenschirm ohne Regen? Wer einen zitronengelben Regenschirm hat, braucht sich vor nichts zu fürchten, vor dem Regen schon gar nicht... Doch was Sebastian daraus macht, ist folgendes: "Seit zwei tagen hat Ulla ein Regenschirm. Wer einen Zitronenregenschirm hat braucht sich vor nichts zu furchten, vor dem Regen schon gar nicht...". Sebastians Eltern sind entsetzt - wie immer und sind völlig überfordert! Dabei ist der Junge doch gar nicht doof, aber das Schreiben ist eine Katastrophe.
Es zieht ihn immer wieder runter, macht aus jedem Schultag einen Horrortrip. Sebastians Eltern kümmern sich und üben, üben, üben. Der Erfolg: gleich Null. Ganz im Gegenteil, jeden Tag gibt es Streit, der Stress wird immer größer und Sebastian blockt total ab. Klaus Idler, Diplom-Sozialpädagoge, kennt die ganze Ge-schichte nur zur Genüge. Seit März 2007 leitet er die Pädagogisch Therapeutische Einrichtung (PTE) in Villingen (Obere Str. 8, 07721-2067-978, www.pte-villingen.de). Als Sebastian gemeinsam mit seiner Mutter zum ersten Mal bei ihm in der Einrichtung sitzt, sieht er einen total unglücklichen, völlig verkrampften Jungen vor sich, ohne jegliches Selbstbewusstsein. Und eine total unglückliche Mutter, verzweifelt über ihr Kind und voller Zweifel und an sich selbst.
Dieser Erstberatungstermin ist unver-bindlich und kostenfrei. Wichtig ist das ausführliche Gespräch, in der Regel gemeinsam mit Eltern und Kind. Welche Probleme liegen ganz genau vor? Und wie ist bisher damit umgegangen worden? "Wir arbeiten natürlich Problem orientiert", sagt Klaus Idler, "aber es geht auch um Ganzheitlichkeit. Nicht nur um einzelne Methoden, sondern auch um ein gesundes Selbstbewusstsein." Durch ein ausführ-liches Test- und Diagnosesystem kann der Sozialpädagoge die Lern-Ausgangslage von Sebastian genau ermitteln. Das bildet die Grundlage für einen ganz individuellen Therapieplan.
"Manche Eltern bringen schon eigene Testergebnisse mit, die wir dann weiter ergänzen, um das Problem passgenau zu erkennen. Und grundsätzlich bemühen wir uns stets um Kontakt und gute Kooperation mit allen einschlägigen Instituten. Manche Eltern werden von uns an Bildungs-beratungsstellen, Kinderärzte und Kinder-krankenhäuser vermittelt."
In dieser ersten, grundlegenden Diagnose-phase beobachtet Klaus Idler den Jungen sehr genau. Wie reagiert er? Wann ist er verunsichert und wie kann ich Rückhalt geben? Man erkennt dann sehr genau die Schwächen, aber auch die Stärken des Kindes. "Das ist ein ganz wichtiger Teil, denn einfach drauf los zu arbeiten, bringt überhaupt nichts!" Danach spricht er mit den Eltern, teilt die Ergebnisse mit und schlägt eine entsprechende Therapie vor. Sebastian braucht keine Einzeltherapie, sondern kommt in eine kleine Gruppe. Was er jetzt braucht, sind schnelle Erfolgs-erlebnisse. Sebastian muss merken, dass sich etwas bewegt, denn das ist genau die Erfahrung, die er noch nicht gemacht hat. Der Schulstoff ist jetzt erst einmal Nebensache. Klaus Idler arbeitet die Basis auf, das muss man einfach akzeptieren.
Natürlich behält er den Schulstoff im Blick, doch Sebastian darf einfach nicht überfordert werden. "PTE ist keine Nachhilfe, die einfach den Stoff aufholt, sondern ein Therapiekonzept", sagt der Sozialpädagoge. Sebastians Eltern fühlen sich von einer großen Last befreit. Vorbei sind die Nachmittage, die mit Streit und Schreierei einfach verpuffen. Das Familienleben ist viel friedlicher geworden und die Augen der Eltern sehen jetzt auch die Stärken, die ihr Kind hat und richten den Fokus nicht immer auf seine
Schwächen. Wichtiger Bestandteil der Therapie ist die Arbeit am Symptom, am Lesen und Schreiben. Mit allen Sinnen erfährt das Kind neue, effektive Strategien, um die Steuerungsmängel beim Lese- und Schreibprozess auszugleichen.
Im Mittelpunkt steht dabei eine Methode, die den Kindern hilft, Wörter in Silben aufzugliedern und Laute zu isolieren. Zusätzlich gibt es Denk- und Recht-schreibestrategien, ein gezieltes Merkwort-training und eine effektive Leseförderung in verschiedenen Bereichen. "Ganz wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Eltern. Elternbetreuung und -beratung durch Gespräche und Elternseminare sind etwas ganz zentrales. Sie erhalten Informationen über die Problematik bei Teilleistungs-störungen und werden auf das Üben zu Hause geschult."
Klaus Idler hilft Kindern in jedem Schulalter bis in die Lehre. Bis sie wissen, wo ihre Zukunft liegt. "Kinder brauchen eine gute Erinnerung an die eigene Jugend", meint der Sozialpädagoge, " und das gelingt auch mit einer Teil-leistungsstörung relativ leicht".
Was ist PTE?
PTE ist eine private und unabhängige Facheinrichtung für Lese- Rechtsschreib-schwäche, Rechenschwäche und Auf-merksamkeitsstörungen, also für Beratung, Diagnose und Behandlung von Teil-leistungsstörungen. Sie fühlen sich zuständig für alle Schwierigkeiten im Bereich Lesen, Schreiben und Rechnen, soweit diese die Möglichkeiten und die Reichweite schulischer Förderung über-schreiten und sofern zu deren Behebung nicht ausschließlich medizinische Maß-nahmen erforderlich sind. Die Arbeit von PTE ist vom Jugendamt anerkannt. Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt es auch die Kosten, doch in der Regel müssen die Eltern selbst zahlen. PTE ist ein Franchise-Unternehmen, das mittler-weile 100 Einrichtungen in ganz Deutschland hat. Klaus Idler hat dadurch Zugang zu Fort- und Weiterbildungs-angeboten und ist immer auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Forschung. Und sollten Sie sich nicht sicher sein, ob bei Ihrem Kind eine Teilleistungsschwäche vorliegt, rufen Sie einfach an und vereinbaren Sie einen kostenlosen und unverbindlichen Beratungstermin (Tel. 07721-2067978). Ck.
Barbara Dickmann
