Optimismus - Pessimismus

- Nur Spinner mit rosaroter Brille? -

Verlieren Sie jedes Spiel? Passieren nur Ihnen die schlimmsten Dinge und ist das Wort ,,Glück" ein Fremdwort für Sie? Keine Frage, dann ist Ihr Glas sicher auch halbleer anstatt halbvoll und Sie sind alles anderes als ein Optimist. Doch was ist ein Optimist? Hat er es wirklich leichter im Leben? Ist es denn nicht viel besser, mit dem Schlimmsten zu rechnen, um dann keine böse Überraschung zu erleben? Ein Pessimist kann doch gar nicht enttäuscht werden, weil er sowieso nichts Gutes erwartet! Oder? Und überhaupt, was sind denn Optimisten für Menschen? Ein Haufen naiver, oberflächlicher, unrealistischer, unverbesserlicher Fantasten, die den Kopf in den Sand stecken, vor der Realität flüchten und mit rosaroter Brille und glückseligem Lächeln ,,Don`t worry, be happy" rufen!!! ,, Ein eindeutiges Nein, ein Optimist ist kein Traumtänzer", meint Siegfried Schreiber aus Villingen-Schwenningen. Der bekannte , typisch frau` -Referent, hat sich im Rahmen seiner sehr erfolgreichen Themenabende, die er für das Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg, Bildungszentrum Villingen-Schwenningen und in Kooperation mit ,typisch frau` veranstaltete, ausgiebig mit diesen beiden so gegensätzlichen Lebensauffassungen beschäftigt. Hier eine Kurzfassung dieser Themenabende, die viel wertvolle Anregungen für Menschen geben, die für Veränderungen bereit sind.
,,Optimisten erwarten in Gegenwart und Zukunft das Beste, und sie planen und arbeiten daran, es zu erreichen", ist eine seiner Definitionen. Denn darauf zu bauen, dass etwas Gutes eintreten wird, zu fühlen und zu spüren, dass dieses Gute sich ergibt, wenn wir hart daran arbeiten und für die Zukunft planen - das ist es, was uns im Hier und Jetzt in Schwung hält und ein zielgerichtetes Leben auf den Weg bringt. Also nicht nichts tun und glückselig lächelnd auf ein Wunder warten, sondern mit einer lebensbejahenden Grundhaltung tatkräftig zufassen und sein Leben gestalten.
Optimisten sind oft Gewinner - Pessimisten

sind an vielen Fronten des Lebens Verlierer. Ein Pessimist sieht negative Ereignisse als alles durchdringend, ewig andauernd und unkontrollierbar an. Ein Optimist erlebt genauso Niederlagen und Tragödien wie der Pessimist, aber er bewältigt sie besser. Er rappelt sich wieder auf, sucht nach neuen Lösungen, akzeptiert den erlittenen Verlust und beginnt noch einmal von vorn. Der Pessimist versinkt womöglich in Resignation oder gar Depression. Optimisten setzen sich aktiv mit einem Problem auseinander, versuchen einen Sinn in den entsprechenden Umständen zu erkennen, suchen die positiven Aspekte der jeweiligen Situation und nutzen sie.
Keine Frage: Ein Optimist lebt einfach besser. Optimismus ist für Lebensqualität und Lebenserfolg von wesentlicher Bedeutung. Optimisten sind körperlich wie seelisch gesünder, stecken schwere Operationen leichter weg und sind in der Schule, im Beruf und auch im Sport erfolgreicher. Sie tendieren dazu, Erfolge ihren eigenen Fähigkeiten zuzuschreiben - für Misserfolge machen sie eher äußere Umstände verantwortlich. Pessimisten nehmen alles persönlich - eine schlechte Note in Mathematik liegt also nicht an der Schwere der Aufgabe, sondern ausschließlich daran, dass sie einfach schlecht sind! Optimisten tendieren dazu, ihre Aktivitäten auf bestmöglichen Erfolg zu richten - Pessimisten gelten als misserfolgsorientiert. Mal ehrlich: Wer wünscht sich nicht schon jetzt einen Optimisten als Mann? Auch ohne wissenschaftliche Untersuchungen liegt es auf der Hand - mit einem optimistisch veranlagten Mann lebt es sich einfach besser als mit einem Pessimisten, selbst wenn er mal ab und zu die rosarote Brille trägt. Doch zum Trost für alle Optimisten, die einen Pessimisten erwischt haben - sämtliche Varianten und Kombinationen von Optimismus und Pessimismus können dauerhaft glücklich miteinander werden, doch sollten zwei Pessimisten aufeinander treffen, ist fast sicher, dass die Beziehung in einer Katastrophe endet.

Ob wir Pessimisten oder Optimisten werden, wird uns zum Teil in die Wiege gelegt und doch haben Eltern entscheidenden Einfluss darauf, wie ihre Kinder mit späteren Erfolgen oder Niederlagen umgehen. Denn in der Kindheit entstehen bestimmte Erklärungsmuster, die eine pessimistische oder optimistische Haltung fördern und großen Einfluss auf unser Leben haben. Sie können einem Menschen die Lebenslust rauben oder ihm ein erfülltes Leben gewähren. Sie können ihn daran hindern, seine Ziele zu erreichen, oder ihm helfen, seine eigenen Erwartungen zu übertreffen. Forscher sind der Meinung, dass ein siebenjähriges Kind schon Erklärungsmuster entwickelt hat, die im Begriff sind, sich zu verfestigen. Doch wie so oft im Leben nutzen keine weisen Sprüche oder Vorhaltungen, sondern nur eins: Das Vorleben. Kinder von optimistischen Eltern haben es einfach leichter selbst zum Optimisten zu werden, als wenn sie immer nur hören, wie furchtbar doch das Leben ist. Doch selbst depressive Eltern sind keine Entschuldigung auf Dauer. Optimismus kann man lernen. Eine bewährte Methode besteht darin, pessimistische Gedanken als solche zu erkennen, sie in Frage zu stellen und dann ein Streitgespräch zu führen - zur Not mit sich selbst.
Und außer Frage ist, dass das, was wir denken von wesentlicher Bedeutung für unser Leben ist. Keine Situation ist hoffnungs- oder ausweglos, solange wir sie nicht so sehen. Es kommt selten etwas Gutes dabei heraus, wenn man Schlechtes erwartet. Und was wir erwarten oder befürchten, hat die Tendenz, wahr zu werden. ,,Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab", sagte Marc Aurel (121-180 n.Chr), römischer Kaiser und Anhänger der griechischen Philosophie und Marcel Pagnol, ein französischer Dramatiker sagte: ,,Für den Optimisten ist das Leben kein Problem, sondern bereits die Lösung".

Barbara Dickmann