Gabi Karsten im Einsatz für einen guten Zweck. Bild: Privat
Was steht wohl im Tagebuch einer 13jährigen? Vielleicht eine Mischung aus Herz, Schmerz, Klamotten, Jungens, die beste Freundin , die größte Feindin? Marens (Name geändert) Tagebuch beginnt so: „Eigentlich waren alle Tage vor meiner Krankheit super. Ich hatte ein wünderschönes Kinderleben. Ich habe nichts Schlimmes erlebt, wurde immer von meinen Eltern beschützt und nie Gefahren ausgesetzt. Als ich dann krank wurde, konnten mich meine Eltern nicht mehr beschützen. Sie waren zwar da, aber sie mussten zusehen, ohne dass sie etwas machen konnten....“. Jedes Jahr schlägt für 1.750 Familien die Stunde X. Nach etlichen Untersuchungen sitzen sie ihrem Arzt gegenüber und hören den Satz, der ihr Leben verändern wird: „Ihr Kind hat Krebs“! Krebs ist heute heilbar! Doch Krebs bedeutet auch oft genug Operation, Chemo, Bestrahlung.....monatelange Behandlung und ein geschwächtes Kind, das ständige Aufmerksamkeit, Betreuung, Liebe braucht.
Margot Schwörer bei der Arbeit. Bild: Privat
Die Geschwisterkinder laufen nebenher, oft allein gelassen mit ihren Ängsten und manchmal sogar voller Wut auf die kranke Schwester oder den Bruder. Margot Schwörer, selbständige und engagierte Friseurmeisterin aus Hüfingen will diesen Kindern und deren Familien helfen. Seit fünf Jahren arbeiten sie und ihr Team jedes Jahr einen Samstag-Nachmittag von 14 bis 20 Uhr in ihrer Freizeit und umsonst. Auf ihrer Theke steht ein großes Sparschwein und darin wandern sämtliche Einnahmen. Der Montag darauf ist für Margot Schwörer immer ein besonderer Tag. Dann geht sie mit dem Sparschwein zu ihrer Bank, lässt es dort schlachten und zählt das Geld.
In diesem Jahr war dieser Samstag der besonderen Art am 12. September und am 14. September zahlt Margot Schwörer genau 975,89 € auf das Konto des Förderverein für krebskranke Kinder e.V. ein. Denn hier kommt jeder Cent an. Die Gelder werden ausschließlich für die Belange der kranken Kinder und deren
Eltern verwandt. Auch an die Geschwisterkinder wird gedacht. „Es war wieder ein wunderbares Gefühl für uns alle“, sagt Margot Schwörer, für die diese Aktion jedes Jahr etwas ganz Besonderes ist. Das Schöne: Unserem Aufruf an alle selbständigen Friseurinnen/Friseure, doch auch eine „Haare-lassen-für-einen-guten-Zweck-Aktion“ zu starten, hatte Erfolg. Gabi Karsten, selbständige, mobile Friseurin, ist sofort mit dabei.
Hier ihr Bericht: „Als mobile Friseurin biete ich über die Saison auf dem Riedsee Campingplatz in Pfohren einmal in der Woche meine Dienstleistung an. So entstand die Idee, einen Tag lang den Gästen, Campern und Kurzurlaubern die Haare zu schneiden und die Einnahmen dieses Tages zu spenden. Am 20. August war es dann soweit. Schnell mal nach dem Bad oder Mittagessen in Badehose kamen die Gäste dann zahlreich vorbei, um ihren Schopf los zu werden. Es hat allen viel Spaß bereitet.
Der Erfolg: € 200,-- habe ich eingenommen, die ich nun Dank der Gäste dem Förderverein für krebskranke Kinder in Freiburg gespendet habe.
Wir finden dieses Engagement einfach nachahmenswert und werden im nächsten Jahr eine weitere Aktion "Haare lassen für krebskranke Kinder“ starten.
Barbara Dickmann
