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- Seminar Selbsterkenntnis mit Siegfried Schreiber -

Was wirklich zählt, ist nur, wie du dich selbst siehst… Stimmt das? Bild: SK-ARCHIV

Zugegeben, Sie wissen, dass Mozart einfach besser komponieren konnte als Sie. Dass Sie Steffi Graf im Tennis nie schlagen würden und die Genialität der Schreibe von Astrid Lindgren nie erreichen könnten. Keine Frage! Sie kennen sich gut. Kennen Ihre Schwächen und natürlich auch Ihre Stärken. Wer bin ich? Was bin ich? Wie bin ich? Diese Fragen haben Sie sich schon vor langer Zeit gestellt. Und die Antwort? Na ja, so la, la... Wir glauben, uns selbst gut zu kennen. Doch das ist - wie uns die Wissenschaft sagt - leider ein großer Irrtum. Psychologen haben nach sorgfältiger Untersuchung von Selbst-bewertungen und Entscheidungen in allen Lebensbereichen festgestellt, dass unsere Fähigkeit zur Selbsterkenntnis sehr bescheiden ist. Im besten Fall lässt sie sich mit "kaum ausreichend" benoten. Und das betrifft fast alle Menschen.
Kaum jemand ist wirklich so klug und weise, dass er ein realistisches und genaues Bild seiner eigenen Persönlichkeit zustande bringt. Es scheint, als ob die

mangelnde Einsicht ins eigene Ich ein Strukturfehler in unserer Wahrnehmung ist. Die brutalste Feststellung der Selbsterkenntnisforscher: Je dümmer oder inkompetenter jemand ist, desto schlechter kann er sich selbst und seine eigenen Fähigkeiten richtig einschätzen. "Gnädiges Unwissen" nennt diese Tatsache ein führender Selbstbild-Psychologe. Doch wenn wir unsere Eigenschaften, Fähigkeiten und Kompetenzen über- oder unterschätzen, kann das ganz erhebliche Folgen für unser Leben haben. Der wichtigste Freund, den wir im Leben haben, sind wir selbst. Um mit uns selbst auszukommen, müssen wir uns kennen: Unsere liebenswerten Vorzüge, unsere erstaunlichen Stärken - aber auch unsere bedauerlichen Schwächen und Grenzen. Nur so sind wir geschützt vor schädigenden Illusionen, vor Über-forderung und vor Unterforderung.
Am 5. Februar ist der Raum im Bildungswerk in Villingen voll. Menschen aus dem gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis, aus Waldshut, Konstanz, Überlingen, Singen, Geisingen und Schramberg möchten sich auf den Weg zu sich selbst machen. Gemeinsam mit Siegfried Schreiber, der damit seine zweijährige Reihe "Positive Psychologie" zu Ende bringt. Ihr Thema: Selbsterkenntnis! Wer bin ich? Bin ich so wie du mich siehst? "Kaum jemand wird bestreiten, dass die Antwort auf die Frage, wie wir von anderen wahrgenommen werden, immer eine besondere Bedeutung hat - egal ob sie in positive oder negative Richtungen tendiert. Und je näher uns dieser Mensch steht, desto wichtiger ist für uns seine Meinung", sagt Siegfried Schreiber. Er ist bekannter "typisch frau- Referent", doch weder Psychologe oder Therapeut. Sein enormes Wissen stammt aus eigener Erfahrung, Gespräche mit Fachleuten, aus Fachbüchern, die ein ganzes Regal füllen

und seinen kostenlosen Beratungsstunden, die er für Depressive und deren Angehörige einmal im Monat gibt.
Das große Problem: Die Menschen in unserer Umgebung nehmen uns ganz anders wahr, als wir uns selbst sehen. Unsere Reaktion: Wir fühlen uns "verkannt", nicht "richtig verstanden" und "falsch eingeschätzt". In der Psychologie spricht man von Selbsttäuschung - dem Vorgang einer unbewussten Fehl-einschätzung der Wirklichkeit. Die Wurzeln der Selbsterkenntnis liegen in der griechischen Antike. Am Eingang des Apollontempels in Delphi, der wohl berühmtesten Kult- und Orakelstätte des Altertums, stand in Stein gehauen: "Erkenne dich selbst!" Diese Aufforderung wird Thales von Milet zugeschrieben. Er war ein griechischer Philosoph, lebte um 625 bis 545 v. Chr. und gilt seit Aristoteles (384-322 v.Chr.) als Begründer der Philosophie. Vom großen Thales wird berichtet, dass er die Aufgabe, sich selbst zu erkennen, für eine der schwierigsten hielt, die Menschen aufgetragen werden können. Wesentlich leichter sei es, anderen gute Ratschläge zu geben, als in eigener Sache klug zu werden, also seine eigenen Schwächen und Stärken zu kennen und in diesem Bewusstsein seine Entscheidungen zu treffen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Leider!
Der Weg zur Selbsterkenntnis ist ein steiniger und vielfältiger. Einer davon heißt "Feedback", was soviel wie "Rück-kopplung" oder "Rückmeldung" bedeutet (siehe nebenstehenden Bericht). Welche Methoden es noch gibt und wie Sie sie anwenden können, berichten wir in der kommenden "typisch frau". Übrigens, wie finden Sie den Bericht? Ich finde ihn gut, doch mein Mann meint, das sei eine totale Selbstüberschätzung!! (Quelle: Siegfried Schreiber) aufgezeichnet von

Barbara Dickmann