Medizin die schmeckt und nicht bitter ist

- müssen wir umdenken um gesund zu bleiben? -

Ernährung ist wichtig - allein 70 % unseres täglichen Energiebedarfs decken wir durch das, was wir essen. Doch Ernährung ist auch Genuss, ist Freude und Geselligkeit und eine Wohltat für die Seele. Doch was sagt wohl ihre Seele dazu, wenn Sie ihr morgens einen Teller warme Suppe oder rote Linsen mit Avocado und Rettich servieren? ,,Reine Gewöhnungssache", meint Bruni Rudel, die ihr warmes Frühstück nicht mehr missen möchte, auf chinesische Ernährungslehre schwört und sie zu ihrem täglichen ,,Brot" gemacht hat. Nein, keine Angst und bitte nicht gleich abwinken, denn es geht auch anders, nämlich mit Süßem, wie zum Beispiel Weizenschrot mit Obst oder Süßreis mit Äpfeln. Denn die Ernährung nach den Prinzipien der traditionellen chinesischen Medizin ist vielfältig und auch hier spielen Genuss und Bekömmlichkeit eine wichtige Rolle. Und doch ist der Hintergrund ein anderer. Ernährung ist auch Krankheitsverhütung, denn essen müssen wir sowieso. Um die täglichen Mahlzeiten als vorbeugende Medizin einzusetzen braucht man keinen zusätzlichen Aufwand zu treiben, denn wenn wir eh kochen, dann kann es auch gleich etwas ,,Gutes" sein. Essen soll also Medizin sein, die nicht bitter ist. Und entsprechend teurer und zeitaufwendiger ist es auf Tüte, Dose und Mikrowelle zu verzichten, sein Gemüse aus dem Garten oder Bioladen zu holen und Wiesen und Wälder nach Kräutern zu

durchstreifen. ,,Doch Kranksein ist extrem zeitaufwendiger und teurer, ganz zu schweigen von der Tatsache, wie viel Freude am Kochen, Genuss beim Essen und gesunde Lebenskraft dabei herausspringt", sagt Barbara Temelle, bei der auch Bruni Rudel ihre Ausbildung absolviert hat, in ihrem Buch ,,Das Fünf Elemente Kochbuch" (ISBN 3-928554-05-0). Die Ernährung nach den fünf Elementen passt sich jedem Lebensalter und jeder Krankheitssituation an. Wer sich darauf einlässt, muss erst einmal Kalorien und Fetteinheiten vergessen, denn die fernöstliche Tradition stützt sich auf ein anderes Denkmuster. So stehen zum Beispiel Rohkost, Milchprodukte und Brot in unserer Region nur wenig auf dem Speiseplan, dagegen ein warmes Frühstück, Suppen und Getreidemahlzeiten umso mehr. Auch Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchte fehlen nicht. Gesundheit aus chinesischer Sicht kann man am besten anhand des Yin-Yang-Prinzips darstellen. Eine gesunde Yang-Wurzel bedeutet Lebenskraft. Man ist leistungsstark und dynamisch, hat funktionstüchtige Abwehrkräfte und eine kraftvolle Verdauung. Blähungen, Völlegefühl, Müdigkeit nach dem Essen und breiiger Stuhl sind die Ausnahme. Die Psyche ist stabil, Sie sind konzentriert, stark und motiviert, haben Lebensfreude und den Mut, die Herausforderungen des Lebens bereitwillig anzunehmen. Eine gesunde

Yin-Wurzel dagegen bedeutet Lebenssaft und sorgt auf körperlicher Ebene für die Fähigkeit, sich zu entspannen, für den erholsamen Schlaf und für gute Nerven. Psychisch sorgt das Yin des Menschen für angemessene Zurückhaltung, Gelassenheit und Geduld.
Das Geheimnis einer gesunden Ernährung lässt sich sehr einfach ergründen. Man probiert so lange aus, bis man eine Ernährungsweise gefunden hat, die nährt und satt macht und noch gut schmeckt. Was man jedoch lernen muss, ist die Kunst die Nahrungsmittel, die wirklich Lebenskraft und Lebenssaft erzeugen, so zuzubereiten, dass sie bekömmlich sind. Denn das, was wirklich Energie schafft ist seltsamerweise schwer verdaulich. Fleisch, Fisch, Fette, Nüsse und Hülsenfrüchte enthalten viel Eiweiß und Fett, Vollkorngetreide wertvolle Kohlehydrate die lange sättigen und nährende Gemüsesorten wie Weißkohl, Rotkohl, Grünkohl und Wirsing sind auch nicht gerade leicht verdaulich. Der Trick sind bestimmte Gewürze und Kräuter, die verdauungs- fördernd sind und so ganz nebenbei auch noch für den Genuss sorgen. Doch was für die älteren Frauen auch heute noch selbstverständlich ist, nämlich jeden Tag frisch zu kochen, ist bei der jungen Generation total out. Da reicht auch mal ein Käsebrot, wenn man nicht gleich zur fast food greift

Barbara Dickmann