Die berühmte Venus von Sandro Botticelli(1485). Da mussten Frauen nur schön sein.
Wir streben nach Selbstverwirklichung und nehmen unser Leben selbst in die Hand. Und ganz allmählich verwandeln sich die klassischen drei K`s von „Kinder, Kirche, Küche“ in „Karriere, Kinder, Körperkult“. Auch im Umgang mit der Gesundheit hat sich einiges getan. Pflaster kleben und Kamillentee kochen reichen nicht mehr – die Frau von heute ist eine Gesundheitsmanagerin. Oft genug trägt sie die Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern auch noch für ihren Partner, die Kinder, für die alten Eltern, die Freunde. Keine leichte Aufgabe. Und damit Sie, liebe Leserin, in jeder Lebensphase gesund bleiben, haben wir in einem speziellen „Frauengesundheitsbuch“ gestöbert und geben daraus einige Tipps weiter, die vielleicht helfen, einige Rollen, die uns die Emanzipation gebracht hat, auszufüllen und genau den Teil der überlieferten Frauenrolle beizubehalten, den wir wirklich wollen, denn oft genug sind es nicht drei „K“ die unser Leben begleiten, sondern eigentlich fünf: „Kinder, Kirche, Küche, Karriere, Körperkult“ - in welcher Reihenfolge auch immer!
Prof. Dr. Ingrid Gerhard, die Autorin, hat 30 Jahre lang an der Universitätsfrauenklinik in Heidelberg gelehrt, geforscht und Frauen betreut. Sie ist nicht für entweder oder, sondern für auch. Integrative Medizin ist ihr Stichwort, denn mehr als 80 Prozent der Frauen wünschen sich einen Arzt, der sich mit Naturheilverfahren auskennt, der die verschiedensten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten kennt und sie in die Lage versetzt, aktiv Gesunderhaltung zu betreiben und leichte Beschwerden selbst zu behandeln.
Der wichtigste Tipp vorneweg: Natürlich kann das beste Buch nicht den Arzt ersetzen. Und geht es um schwerwiegende Dinge, sollten Sie sich zusätzlich um eine zweite Meinung kümmern – auch wenn es unser Gesundheitssystem noch mehr belastet. Hier einige Beispiele: wenn Sie dem Arzt, der die Diagnose gestellt hat, nicht vertrauen, Ihnen nicht genug über die Anzeichen, die zu der Diagnose geführt haben, und die weitere Vorgehensweise erklärt wurde. Die Diagnose so schwerwiegend ist, dass sie ernste Konsequenzen für Ihr Leben hat. Es sich um eine eher seltene Erkrankung handelt, und Sie wissen, dass es dafür Spezialisten gibt, die Sie konsultieren können.
Tipp Nr. 2: Überprüfen Sie Ihr Selbstwertgefühl. Typische Anzeichen, dass da etwas nicht stimmt, sind: Kritik nehmen Sie erheblich stärker wahr als Lob. Komplimente sind Ihnen eher peinlich. Ihnen fallen sofort negative Eigenschaften an sich auf aber kaum positive. Betont jemand Ihre positiven Eigenschaften, meinen Sie, das sei nichts besonderes. Sie sind Perfektionistin und wollen besser sein als das Mittelmaß. Wenn Sie sich mit anderen vergleichen, dann nur mit denen, die etwas besser können, mehr haben, besser aussehen als Sie. Treffen mindestens drei der Aussagen auf Sie zu, scheint es mit Ihrem Selbstwertgefühl nicht zum besten zu stehen. Tun Sie etwas dagegen. Vielleicht helfen Tai Chi oder Yoga. „Sagen Sie Nein“, rät die Ärztin, damit der Leistungsdruck Sie gar nicht erst in den Strudel von Selbstwertkrise und psychischen Beschwerden zieht.
Ihr Kreislauf und Ihr Herz brauchen Bewegung. Trainieren an Geräten ist nicht nur etwas für Mister Universum, sondern auch für Frauen. In jedem Alter kann man damit anfangen und einen Muskel in relativ kurzer Zeit noch aufbauen. Und passen Sie auf Ihren Bauch auf. Denn nach neuesten Erkenntnissen ist nicht nur Übergewicht riskant, sondern vor allem ein dicker Bauch. Forscher fanden jetzt heraus, dass speziell Bauchfett zusätzlich vermehrt entzündungsfördernde Stoffe produziert. Dr. Helmut Gohlke, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung sagt dazu: „Ab
einem Bauchumfang von 88 cm ist bei Frauen mit einem deutlichen Anstieg des Herzinfarktrisikos zu rechnen, bei Männern ab 102 cm“. Bitte nicht schätzen, sondern wirklich messen. Was dagegen hilft, wissen Sie: Bewegung, Bewegung, Bewegung.
Liebend gerne trainieren wir Bauch, Beine, Po, schon aus Gründen der Optik. Doch den Beckenboden vernachlässigen wir einfach. Er ist nämlich unsichtbar, doch erschlafft er, können sich böse Folgeerscheinungen zeigen, zum Beispiel Inkontinenz. „Machen Sie täglich Beckenbodengymnastik“, rät die Ärztin in ihrem Buch. Die einfachste aber sehr effektive Übung geht so: Spannen Sie die Beckenbodenmuskeln an, halten die Spannung rund drei Sekunden und lassen dann für die gleiche Zeit locker. Wiederholen Sie das Ganze mindestens zehnmal und üben Sie es dreimal täglich.
Tipp Nr. 4: Es geht um die Sexualität. Keinen Sex zu haben ist nicht lebensbedrohlich. Doch ein erfülltes Sexualleben ist ein schöner Baustein, um gesund zu bleiben. Der Blutdruck steigt, der Pulsschlag wird beschleunigt und der gesamte Organismus besser mit Sauerstoff versorgt. Jede Menge Hormone werden ausgeschüttet, die für Ihr Aussehen und Wohlbefinden einiges leisten. Wenn die Lust auf Sex spürbar reduziert oder vollkommen erloschen ist, kann ein harmloser Versuch mit dem „Viagra der Natur“, der Macawurzel (Extrakt gibt es als Lutschtabletten) helfen. Sie enthält hormonähnliche Substanzen, die die Überträgerstoffe im Gehirn beeinflussen und die Durchblutung der Beckenorgane anregen. Und wenn Sie dazu Ihren Beckenboden trainieren, erhöht dies erheblich Ihre Sensibilität... Wir bleiben dran und werden in loser Folge Tipps aus dem „Frauengesundheitsbuch“ weitergeben.
Barbara Dickmann
