Erfüllte Sexualität für beide Partner

- Heike Höflers Buch über den Beckenboden: Einblicke in eine Tabuzone mit wichtigen Funktionen -

Heike Höfler ist eine Spezialistin für Beckenboden-Gymnastik.

Eigentlich ist es "nur" ein Muskel, früher wenig beachtet und total tabuisiert. Doch heute kennt man seine enorme Bedeutung für das körperliche und seelische Wohlbefinden. Denn er ist die Basis unserer Weiblichkeit, aber auch der Männlichkeit! Lesen Sie also ab hier gemeinsam weiter, denn was jetzt kommt, interessiert bestimmt auch Ihren Intensivsozialpartner. Es geht um den Beckenboden, einem Muskel, der in unserer Körpermitte liegt. Ist er stark und kräftig, steigert er unsere Vitalität, gibt Selbstbewusstsein und ein positives Lebensgefühl. Ja sogar erfüllte Sexualität und stärkeres Empfinden gehen einher mit gut ausgebildeten Beckenbodenmuskeln. Und Potenz und Erektionsfähigkeit beim Mann bleiben länger und besser erhalten. Regelmäßig ausgeführte Beckenboden-gymnastik ist besser als Viagra, außerdem wird die Prostata stimuliert und das Gewebe und die Muskulatur in ihrer unmittelbaren Nähe besser durchblutet. Auch hier gilt: Ein starker Beckenboden lässt Männersorgen bis in hohe Alter erst gar nicht entstehen.

Was so alles passiert, wenn diese Muskulatur geschwächt, energie- und spannungslos geworden ist, ist gar nicht lustig. Oft sind es Inkontinenzprobleme, die damit beginnen, dass man beim Lachen, Niesen, Hüpfen, oder manchmal schon beim Treppensteigen, Urintröpfchen verliert. Doch diese "Tröpfchen" haben es in sich. Oft genug vermitteln sie ein Gefühl der psychischen Unzulänglichkeit. Wir trauen uns nicht mehr vor die Tür, weil ja genau dann diese peinlichen Tröpfchen kommen könnten. Oft führt Hormon-umstellung bzw. Hormonmangel in den Wechseljahren zu einer Beckenboden-schwäche. Prof. Daniela Schultz-Lampel, Leiterin des Inkontinenzzentrums Südwest in Villingen-Schwenningen weiß, dass zwei Drittel aller Frauen in den Wechseljahren genau aus diesem Grund durch eine Kontinenz beeinträchtigt sind (Quelle: siehe Buch).
"Es ist eine klare, wissenschaftlich untermauerte Erkenntnis, dass ein regelmäßiges Beckenbodentraining nicht nur dem Körper, sondern dem Menschen rundum gut tut - auch der Seele", sagt Heike Höfler. Die staatlich geprüfte Sport- und Gymnastiklehrerin, erfolgreiche Buchautorin aus Trossingen, gibt seit vielen Jahren Kurse in der Region, doch das Thema "Beckenboden" liegt ihr besonders am Herzen. Ihr neues Buch "Energiequelle Beckenboden - sanfte Übungen für ein neues Körpergefühl"(ISBN 978-3-8354-0499-1, € 14,95) verbindet Theorie und die Erfahrung jahrelanger Praxis.
Die Ursachen für eine Beckenboden-schwäche sind vielseitig. Wenn wir jung sind, ist unser Beckenboden in der Regel straff und elastisch. Doch sollten Sie über ein ererbtes, schwaches Bindegewebe verfügen, ist es besonders wichtig, schon sehr früh mit Beckenbodenübungen zu beginnen. Starkes Übergewicht und Fettsucht (Adipositas) sind auch nicht gerade förderlich. Zu viel Gewicht lastet dann auf dem Muskel und schwächt ihn. Häufiges Husten und das Heben und Tragen schwerer Lasten, also jeglicher Druck von oben, belastet den Becken-boden ebenfalls sehr stark.
Und bei jeder Schwangerschaft und

jeder Geburt kommt es zu einer enormen Gewebedehnung. Ein schwacher Becken-bodenmuskel mit gedehntem Muskelband-system verursacht Kreuzschmerzen und Inkontinenzprobleme, später oft auch einen Gebärmuttervorfall. Sollten Sie jedoch Stöckelschuhe lieben, dann bitte gleich mit Beckenbodengymnastik anfangen, denn hohe Schuhe verursachen oft ein Hohlkreuz, da die Hauptlast auf dem Vorfuß liegt. In dieser Haltung ist der Beckenboden von ganz alleine lasch und nicht funktionsfähig.
"Achten Sie in allen Lebenslagen auf Ihren Beckenboden. Er wird es Ihnen ein Leben lang danken. Mit mehr Energie, mehr Lebensfreude, mit körperlicher Stabilität bis ins hohe Alter", sagt Heike Höfler. Gerne hätten wir jetzt ein paar Übungen erklärt, doch ohne Bildvorlage ist das sehr schwierig. Das Grundprinzip aller Übungen ist jedoch das Anspannen und Entspannen des Beckenbodenmuskels. Und das kann jeder einfach mal probieren. Im Sitzen, im Stehen, im Liegen in schneller Folge einige Sekunden Anspannen und dann wieder Entspannen. Oder halten Sie den Urinstrahl auf der Toilette kurz an und kneifen Sie die Pobacken zusammen. Danach den Urin weiterlaufen lassen. Das hilft, um erst einmal ein Gefühl für die Beckenboden-muskulatur zu bekommen. Mehr aber auch nicht. Ganz im Gegenteil, bei ständiger Anwendung kann sich eine Reizblase entwickeln. Tja, so einfach ist die ganze Geschichte doch nicht!
Heike Höfler erreichen Sie unter Telefon 07425/27947, info@heike-hoefler.de, www.heike-hoefler.de.

Der Tipp für den Notfall
Mitten auf der Straße "müssen" Sie mal, ganz schnell und keine Toilette in Sicht. Bleiben Sie einfach stehen, beugen Sie den Oberkörper nach vorne und unten. Sie können ja dabei Ihre Schuhe neu binden, dann fällt das überhaupt nicht auf. Die vornüber gebeugte Haltung ändert jedoch die Druckverhältnisse im Bauchraum und verringert so den Harndrang. ck


Barbara Dickmann