Kochen soll einfach sein - egal ob vegetarisch oder mit Fleisch. Und Ernährung nach den fünf Elementen tut einfach gut, lässt bereits nach wenigen Mahlzeiten Gelüste auf Süßigkeiten verschwinden und man kann sich endlich wieder satt essen, ohne zuzunehmen. Auch Bruni Rudel aus Königsfeld hat kein Gramm zugenommen in den letzten vierzig Jahren und doch ist die Ernährung nach den fünf Elementen keine Diät, sondern die zeitgemäße Umsetzung der jahrtausende alten chinesischen Ernährungslehre für genussreiches und bekömmliches Essen.
Beim Kochen im Kreis herum werden die Zutaten in der Reihenfolge des Fütterungszyklus der fünf Elemente in den Topf gegeben oder zu einem Teig verrührt. Diese fünf Elemente haben eine besondere Bedeutung, denn sie stehen für den ewigen Kreislauf von Wachstum, Verfall und Neubeginn. Schaut man auf den Werdegang des Menschen, so steht das Element HOLZ für Geburt und Wachstum - in der Ernährung steht es für sauer, für Säfte bewahrend und zusammenziehend.
Das Element FEUER steht für Jugend, Überschwang und Wissensdurst, doch in der Ernährung ist FEUER bitter, trocknet aus und leitet nach unten. Süß, befeuchtend, entspannend und verteilend ist das Element ERDE in der Ernährung und beim Menschen steht es für gesunden Menschenverstand und für die Entwicklung des Erwachsen sein. Doch haben Sie Reife
und den Überblick erlangt, wollen Sie das Wertvolle behalten und das Unnütze loswerden, trifft das Element METALL für Sie zu, was in der Ernährung scharf, nach oben leiten und lösen von Stagnation beinhaltet. Das Element WASSER steht für die letzte Station im Werdegang des Menschen - für Alter und Weisheit und für einen guten Start in den nächsten Kreislauf. Doch Wasser ist auch salzig, weicht auf und leitet nach oben. Und um es jetzt richtig kompliziert zu machen, kommen noch die verschiedenen Jahreszeiten, die Zuordnung zu den einzelnen Organen und die thermische Wirkung der Nahrungsmittel hinzu. Und wollen Sie genau wissen, warum Fleischbrühe oder Lauchsuppe den Organismus erwärmen und vor Erkältung schützen, während Südfrüchte genau das Gegenteil bewirken sollen, geht es nicht mehr ohne Buch. Doch es geht auch anders, wenn man Lust auf Experimente hat, und so ziemlich gesund ist, denn die einfache Faustregel lautet: Möglichst alle fünf Geschmacksrichtungen - also sauer, bitter, süß, scharf und salzig, sollten in einem Gericht vorhanden sein, damit der Organismus ausreichend und umfassend ernährt wird. Man nehme zum Beispiel eine heiße Pfanne für das Feuerelement, gebe darin Fett (Erde), danach Lauch (Metall), Salz (Wasser), Petersilie (Holz), einen Schuss Rotwein (Feuer), Champignons (Erde), Pfeffer (Metall) und
schließlich Salz (Wasser). Und schon ist man einmal im Kreis herumgegangen. Das kann man beliebig oft wiederholen und einfach dort aufhören, wo es gerade passt. Nach jeder Zutat sollten Sie einmal herumrühren, damit sich das neue Element mit den anderen vermischt. Doch sollten Sie kein Element überspringen, wobei schon winzige Mengen einer Zutat genügen, damit Sie weiter Kreis kochen können.
Manches ist ungewohnt, sagen Koch-experten und doch führt das Hantieren mit so vielen Gewürzen zu einer erstaunlichen Abwechslung und Kreativität beim Kochen, dass sie es nicht mehr missen möchten. Haben wir Sie neugierig gemacht, dann kommen Sie zu unserem typisch frau -Vortrag am 22. April (siehe Info-Kasten).
,,Typisch frau"-Vortrag Am Donnerstag, 22. April ab 20 Uhr referiert Bruni Rudel im Gasthaus ,,Jägerhaus" in Villingen, Kalkhofenstr. 10, zum Thema ,,Gesundheit und Ernährung". Sie wird die Grundzüge der chinesischen Ernährungslehre erklären, viele Tipps geben, eigene Rezepte mitbringen und einige Qi Gong-Übungen zeigen. Der Vortrag ist - wie immer - kostenlos. Bruni Rudel und die ,,typisch frau"- Autorinnen freuen sich auf Sie. ck.
Barbara Dickmann
