MS ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems und beginnt meistens im frühen Erwachsenenalter. Die Nervenfasern sind - ähnlich wie elektrische Kabel - von einer Isolierschicht umgeben. Bei MS entstehen in dieser Schutzschicht Entzündungsherde, dadurch können Informationen nicht weitergegeben werden. Die Ursache ist noch nicht geklärt. Fest steht jedoch, dass bei einer MS ein Teilbereich des körperlichen Immunsystems falsch programmiert ist und sich gegen den gesunden Körper wendet. Es gibt etwas 80 Erkrankte pro 100.000 Einwohner, es sind nahezu doppelt so viele
Frauen wie Männer betroffen. MS ist nicht ansteckend, tödlich oder erblich. Die Symptome können vielfältig sein: Verschwommenes Sehen, Gleichgewichts-verlust, Zittern Muskelsteifheit, Kribbeln, Taubheit oder Brennen, Schmerzen im Gesicht oder in der Muskulatur, Sprachstörungen, Mattigkeit, Blasen- und Darmstörungen, Impotenz oder kognitive und emotionale Störungen. Die Krankheit tritt in Schüben auf und der Verlauf ist sehr unterschiedlich und kann mit wenig Einschränkungen bis zur fortschreitenden Behinderung verbunden sein. Es gibt noch keine allgemeingültige Therapie mit Sicher-
heit auf Heilung, dafür aber eine Vielfalt von etablierten Behandlungen, die die Symptome günstig beeinflussen können. MS bedeutet oft einen massiven Einschnitt in die persönliche Lebensgestaltung. Davon betroffen sind auch die Angehörigen des Erkrankten. Sie und der Betroffene selbst können oft verunsichert sein, ob die Krankheit tatsächlich besteht, da einige Symptome nicht sichtbar sind und damit den Mitmenschen schwer vermittelt werden können.
Barbara Dickmann
