Uschi B. ist Altenpflegerin. Sie liebt ihren Beruf, obwohl er schwer und anstrengend und sie nach dem Dienst fix und fertig ist. Doch nicht nur Uschi B. gibt Zuwendung und Kraft, sie erhält auch etwas zurück und oft glaubt sie, dass sich dieses Geben und Nehmen die Waage halten. Als ihr mal wieder das Herz überlief, hat Uschi B. zum Füller gegriffen und folgendes Ereignis niedergeschrieben, das auch uns berührt hat: "Mit der richtigen Weichenstellung ist alles möglich. Sogar der Kraftakt sein Leben zu verändern. Persönliches Engagement entwickeln, um nicht nur so dahin zu leben, zu überleben, sondern lebenswert zu leben, ein sinnvolles Leben zu führen, es mit Inhalt und Freude auszufüllen.
Keine Angst vor Veränderungen haben, ein seelisches Tief überwinden und aus der jeweiligen Situation das Beste herausholen. Motiviert durch die Kraft und Ausdauer einer alten Frau, die in dem Altenheim wohnt, in dem ich arbeite, habe ich den Mut und gleichzeitig das Bedürfnis, folgende Geschichte weiter zu geben. Als Altenpflegerin stecke ich mittendrin in der Problematik - alt sein - krank sein - sich abgeschoben fühlen - auf dem Abstellgleis zu stehen. Heute ist wieder einmal eine Beerdigung. Gabi M., einer unserer zu Betreuenden, war eine unbequeme Frau. In einem Pflegeheim läuft alles nach einem perfekt ausgedachten, klar strukturierten Pflegekonzept. Die Pflege muss geplant und entsprechend dokumentiert werden. Nicht dokumentierte Pflege ist keine Pflege (lernt man in der Fachschule). Der Stationsablauf könnte reibungslos verlaufen. Ein Handycab ist aber oft der Faktor Mensch - eben eine Frau wie Gabi M. Sie wollte sich ein Leben lang in keim Schema pressen lassen. Oft hat sie uns Schwestern und Pfleger bis zur Weißglut getrieben. Sie war lieb, nett, freundlich, aber bestimmend! Sie sagte uns wo es lang geht und wie sie es haben wollte. Nicht selten waren 2 Schwestern voll im Einsatz um nach ihrer Pfeife zu tanzen. Kleines Beispiel: Adventszeit: Gabi M. möchte am Samstag Weckenmänner / Stutenkerle (sie kam aus Nordrhein-Westfalen) backen. Fakt war, sie hatte hochgradige Osteoporose, war an den Rollstuhl gefesselt und gebeutelt von Rheuma. Sie hatte viele Schmerzen. Für das Pflegepersonal stand von Anfang an fest, wer im Endeffekt der Bäcker ist! Und diesmal wollten alle wenigstens 1 Mal
zusammenhalten, stark sein, ihr zeigen, dass es so nicht geht - schon gar nicht an einem Samstag (Personalmangel am Wochenende). Fazit der aufreibenden Aktion: Zwei dampfende Kuchenbleche mit originell aussehenden Weckenmännern. Wieder hatte sie es geschafft, ihren Willen durchzusetzen. Und diesmal war der Täter nicht der Gärtner, sondern eine der netten Putzfeen, die sich erweichen ließ, den Hefeteig zu schlagen. Die Zutaten hatte Gabi M. schon lange vorher von unserem Zivi besorgen lassen. Zur Kaffeezeit haben dann strahlende Zimmernachbarn das frische Hefegebäck genüsslich gemümmelt. Fassungslos war das Personal Zeuge von: ALLES IST MÖGLICH! Man muss nur genug wollen und hartnäckig am Ball bleiben.
Liebe Gabi M. Es war eine schöne Beerdigung und eine große dazu. Der Pfarrer hat eine eindrucksvolle Rede gehalten. Passagen aus ihrem reichen Leben erzählt. 2 1/2 Jahre waren sie in unserem Altenheim. Noch an Weihnachten besuchten Sie den Zirkus in Freiburg und im neuen Jahr waren Sie mit dabei im Kino in Donaueschingen: Das Wunder von Bern. Gut, sie sind ein paar Mal kurz eingenickt, aber was soll`s! Bewundernswert war alle male ihr Mut und ihre Bereitschaft an angebotenen Aktivitäten teilzunehmen. "Zugegeben, Gabi M. brachte ziemlich viel durcheinander und war nicht einfach. Und doch hatten wir sie alle in unser Herz geschlossen und im Stillen wünsche ich mir, ein wenig von ihrem Durchsetzungsvermögen zu haben..." Uschi B. protokolliert von
Barbara Dickmann
Auf den Spuren einer Malerin
Gabriele Münter hatte sich seit dem ersten Studienaufenthalt im Herbst 1908 in den idyllischen Ort Murnau verliebt. Auf ihren Spuren und den von Wassily Kandinsky und Franz Marc will sich diese reine Frauenreise bewegen. Denn dort am Staffelsee war die Geburtsstunde der ,,Blauen Reiter", der dem Expressionismus entscheidende Impulse gab. Beim Wandern auf den Spuren der ,,Blauen Reiter" können Sie die Bilder der Künstlerin und der Künstler lebendig werden lassen. Die Gegend um Murnau und den Staffelsee lädt nicht nur Künstlerinnen und Künstler zum Malen ein, sondern bietet viele schöne Wander-
möglichkeiten in einer bezaubernden Landschaft mit Mooren und Seen an. Wann: Vom 2. - 5.8., Anreise mit der Bahn, Übernachtung, Frühstück, 2 x Mittagessen, Reiseleitung mit Führungen, Eintrittgelder, Bootsfahrt, Busfahrt vor Ort und Infomappe € 305,-- im Doppelzimmer (€ 312,-- im Einzelzimmer). Leitung und Anmeldung bei Anneliese Metzler, Tel. 07723 1672 oder Evangelische Landeskirche 0721 9175323. ck
Kampf der Orangenhaut
80 % aller Frauen leiden unter Cellulite. Und sobald das Thermometer in die Höhe klettert, Winterpulli und weite Hose in das unterste Fach des Schrankes landen, sind die störenden Hautdellen an Bauch, Po und Oberschenkel das Thema in sämtlichen Frauenzeitschriften. Auch wir werden das Thema noch gezielt aufgreifen, doch vorab für alle, die schon jetzt etwas tun möchten können zum neuesten Buch von Heike Höfler, Gymnastiklehrerin aus Trossingen greifen. ,,Erfolgreich gegen Cellulite" (BLV Verlag ISBN 3-405-16728-0, Preis € 12,95) zeigt, wie man gegen schwabbelige Haut und Fettpölsterchen vorgehen kann. Cellulite ist ein Bindegewebsproblem. Die Autorin erläutert, welche Rolle Östrogene, der höhere Anteil an Fettgewebe im weiblichen Körper und die unterschiedliche Beschaffenheit der Bindegewebsfasern spielen. Schlechte Durchblutung, Wasser, Schadstoffe und Stoffwechsel-abfallprodukte, die sich vermehrt im Bindegewebe ablagern, all das ist Cellulite. Und dagegen können Sie etwas tun. Im Buch finden Sie fundierte Informationen über Sinn und Unsinn von Diäten und über die Effekte einer gesunden Ernährung. Was sich mit Wechselduschen, gezielter Massage, der richtigen Atmung und einer speziellen Gymnastik erreichen lässt, ist eine echte Alternative zu Pharma- und Kosmetikindustrie. Und für die Umsetzung der Erkenntnisse sorgt der ausführliche Praxisteil mit den Übungen die angreifen - an Bauch, an den Oberschenkeln, am Po, an den Oberarmen. Die Übungen sind mit Fotos versehen und lassen sich überall - auch am Schreibtisch - durchführen. Die Kombi-Programme mit Pezzi-Ball, Thera-Band oder Hanteln sorgen schließlich dafür, dass frau sich angesichts der straffen, gesunden Haut in ihrem Körper einfach wohl fühlt. ck
Barbara Dickmann
