Spende für die Krebsnachsorgeklinik Katharinenhöhe

-von typisch frau Leserinnen und Lesern und gesammelt von Bruni Rudel-

Noch vor wenigen Stunden herrschte Friede, das Leben war im Lot und der nächste Urlaub bereits geplant. Doch dann bricht der Krieg aus und eine Bombe schlägt ein - genau ins Zentrum. Sie schlägt alles kurz und klein. Kein Stein steht mehr auf dem anderen, das Familiengebäude ist zerstört und liegt am Boden. Ein Opfer wird medizinisch versorgt, von Ärzten, Krankenschwestern, Psychologen - wochenlang, monatelang, jahrelang.... Die Bombe heißt Krebs und das Opfer ist das zweitälteste Kind. Doch wenn diese Diagnose über die Familie hereinbricht, ist nichts mehr so, wie es einmal war und wird es nie wieder werden, selbst im Falle der Heilung. Und die anderen Bombenopfer? Was ist mit Mutter, Vater und Geschwister? Martha R., Mutter eines 10jährigen Jungen, der mit 5 Jahren an Leukämie erkrankt, drückt es so aus: "Selbsthilfe, totaler Einsatz an allen Fronten...In der Klinik, im Beruf, beim Wiederaufbau des Familiengebäudes, das Sicherheit, Geborgenheit, Wohlfühlen, Freude, Kraft geben soll. Eine übermenschliche Aufgabe für Vater, Mutter, Bruder, Schwester. Nur zu leisten unter dem Druck der Todesbedrohung. Das Unmögliche muss möglich gemacht, alles getan werden, um die Selbstheilungskräfte des kranken Kindes zu aktivieren...."
Doch der Aufbau ist mühsam, denn die Kraft ist nicht mehr groß. Als erstes werden die Außenmauern wieder aufgebaut, Stein für Stein wächst die äußere Fassade und irgendwann sieht es so aus, wie vor dem Krieg. Doch innen ist noch alles zerstört, alles fremd und der Weg zueinander so brüchig wie noch nie. Doch es gibt ein Geschenk für Bomben

opfer - wenn Krankenkassen und Versicherungsanstalten mitspielen - ein Werkzeug, das auf wunderbare Weise beim inneren Aufbau hilft und an der äußeren Fassade, die so mühsam auf recht erhalten wird, überhaupt nicht interessiert ist. Es heißt , familienorientierte Rehabilitation`oder kurz gesagt: Katharinenhöhe und was dort geschieht, drückt Martha R. so aus: " Es gibt viel frische, saubere Luft und viel Grün, die manches Trübe wegbläst. Das wirkt aus sich selbst. Wichtiger aber ist: Es geht hier nicht um die Fassade, jeder weiß um die Belastung und Leistung der anderen. Es geht um Schadensaufnahme und, nachdem das Ausmaß der Zerstörung bekannt ist, um Schadensbegrenzung, Schadens-behebung. Man wird systematisch von innen aufgebaut, und zwar von engagierten Fachleuten, Kinderärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Masseuren, Lehrern, Erziehern und vielen mehr. Die Kinder blühen auf, endlich sind wieder alle zusammen, Vater, Mutter, Bruder, Schwester...Und mehr noch: Es sind noch mehr Kinder da, die auch , anders`sind, so anders, wie sie selbst und das ist ganz normal. Das verbindet, das stärkt, das ist mehr als Überleben, das ist Lebendig sein. Alle sind zusammen und doch kann auch jeder für sich seine eigenen Wunden lecken, sich einfach ausruhen und die Seele baumeln lassen. Wir kehren nach Hause zurück und wissen, dass das Leben nicht irgendwie weitergehen soll. Wir wollen es leben, in einem Haus das wir selbst aus den Trümmern wieder aufbauen, so wie es zu uns passt und die Pläne dafür haben wir auf der Katharinenhöhe gemacht." Der letzte Kilometer zur ,Katharinenhöhe`

führt durch den Wald und dann wird der Blick frei auf ein Gebäude, das sich förmlich in die Landschaft hineinschmiegt. Selbst der Neubau, der noch in der Rohbauphase ist, passt sich schon an und Bruni Rudel, Qi Gong Lehrerin aus Königsfeld und ,typisch frau`-Referentin ist begeistert. Sie ist zum ersten Mal hier, hat in ihren Vorträgen um Spenden für die Krebsnachsorgeklinik gebeten und möchte € 300 persönlich abgeben. Auch ich habe einen Umschlag mit € 470,-- dabei. Geld, das Sie, liebe Leserinnen und Leser nach zwei ,typisch frau -Vorträgen gespendet haben. Stephan Maier, psychosozialer und Verwaltungs- Leiter der Katharinenhöhe freut sich sehr und nimmt die Spenden dankbar an. Er ist der Mann an der Front und kommt von der Front. Er kennt die Sorgen und Nöte der Familien, hat oft auch nach der Reha noch lange Kontakt mit ihnen und ist mit Herz und Seele dabei. Seit April 1985 werden in der Katharinenhöhe diese besonderen Rehamaßnahmen angeboten, die manchmal auch die Vorbereitung auf den Tod sind. Doch Stephan Maier kennt auch die Erfolge und seine Arbeit ist eine sinnvolle und schöne. Es ist die Nachsorge nach dem Krieg, wenn das große Aufräumen beginnt. Es ist der Blick in Kinderaugen, die wieder strahlen können , der Blick in die Augen der Eltern, die wieder Hoffnung schöpfen und Kraft sammeln für eine Zukunft, die heute oft ins Leben führt, doch auch manchmal ins Loslassen. Was immer bleiben wird und nie genommen werden kann, ist die Erinnerung an besonders wertvolle Wochen.

Barbara Dickmann