Mädchen spielen auch mit Autos

 

Bild: Anka Guter- Busch in ihrem Museum. Bild: Privat

Kleine Mädchen spielen mit Puppen, tragen rosa Kleidchen und schwarze Lackschuhe. Doch Anka Guter-Busch kann damit nichts anfangen. Denn ihr Vater hat ein Hobby, was eigentlich kein

Hobby ist, sondern ein inneres Bedürfnis. Er sammelt keine Bierkrüge, Schmetterlinge oder Kaffeemühlen. Auch Schießgewehre, Drehorgeln oder Kuckucksuhren interessieren ihn überhaupt nicht. Ankas Vater beschäftigt sich mit alten Autos. Nicht mit einem - oder zwei! Denn Ankas Vater ist ein berühmter Journalist und Autotester. Seine Leser sind abhängig von ihrer 14-tägigen Dosis Fritz B. Busch in ,,Auto, Motor und Sport", (die die männlichen Mitglieder unserer Familie ab 4 Jahre auch heute noch verschlingen). Doch vorher war er Varieté -Programmleiter, Kriminalassistent, Kriegs- berichter, Chauffeur, Werbemaler und Gebrauchtwagenverkäufer. Für ihn gibt es zwei Plätze auf der Welt - hinter der Schreibmaschine und hinter dem Lenkrad. Seine Oldtimer-Touren sind Abenteuer pur. Ostern 1973 eröffnet er im restaurierten

Wirtschaftsgebäude des Wolfegger Schlosses sein Automuseum. Er beginnt mit 32 Autos. Und Anka? ,,Auto" war wohl ihr erstes Wort, was sie sprechen konnte und gleich danach kam wohl ,,Oldtimer". Anka wird groß in ,,alten" Autos und mit der Liebe zu ihnen. Heute beherbergt das Museum über zweihundert Schätze auf zwei, drei und vier Rädern, die jedes - aber wirklich auch jedes Männerherz höher schlagen lassen. Und Anka? Sie leitet das Museum. Und wie! Denn es ist ein Stück Zeitgeschichte geworden - die Ältere in Erinnerungen schwelgen lässt und Jüngere in Erstaunen versetzt. Mehr über Anka Guter- Busch in eine der folgenden ,typisch frau`. Das Automuseum von Fritz B. Busch in Wolfegg ist bis Mitte November täglich von 9.30 bis 18 Uhr geöffnet.
Info unter Tel. 07527 - 6294, www.automuseum-busch.de.

Barbara Dickmann