Klingt da etwa eigenes Erleben durch?




Was eine Familie aus der
Stadt so alles erlebt
Dies ist kein Bericht von Barbara Dickmann, sondern einmal ausnahmsweise über sie. Denn Ihre `typisch frau`-Autorin ist unter die Schriftsteller gegangen und wird ihr erstes Kinderbuch auf den Markt bringen. Es wird im Dezember erscheinen, gut 50 Seiten stark sein und verschönert mit Illustrationen von Silke Blumhoff, einer freien Künstlerin aus Bad Reichenhall. Titel: Der erste Winter im Schwarzwald – was eine Familie aus der Stadt so alles erlebt.
Und das ist nicht gerade wenig, denn: Der Vater ist ein weltfremder Architekt, die Mutter steht mit beiden Beinen auf der Erde. Lisa ist sieben Jahre alt und geht schon zur Schule und Matthias ist drei. Die Familie lebt erst seit ein paar Monaten in einem alten Bauernhaus, hoch auf einem Berg, weitab vom Dorf und fast mitten im Wald. Sie haben der Stadt den Rücken gekehrt und wollen ihren Traum vom Leben auf dem Land verwirklichen. Mit dabei: Hund und Katze und zwei Esel. Sehnsüchtig warten die Kinder auf den ersten Schnee. Und als er endlich kommt, beginnt die Katastrophe. Das Haus hat nur einen Kachelofen, der viel Holz braucht, die Wasserleitungen frieren ein, der Schneepflug schaufelt wieder alles zu, die Lebensmittel werden knapp und dann hat Lisa auch noch Geburtstag....
Klingt da ein bisschen eigenes Erleben durch? Denn Sie müssen wissen, dass meine Kollegin seit nunmehr 13 Jahren, mit Kind und Kegel vor über 20 Jahren aus dem Ruhrpott in den Schwarzwald gezogen ist und als Großfamilie auf einem Bauernhof lebt, deren Lage nun wirklich nicht als zentral oder stadtnah zu bezeichnen ist. „Personen und Handlung sind frei erfunden“, sagt sie, „ doch als ehemaliger Städter kann man sich gut vorstellen, wie so manche von unseren früheren Bekannten und Freunden genau so in das Abenteuer „Winter weitab vom Schuss“ hineingeschlittert wären“. Doch die Tiere sind eindeutig aus dem wahren Leben, denn von zwei Eseln, zwei Hunden und zwei Katzen wird jeder begrüßt, der sie besucht.

Barbaras Kinderbuch ist die logische Weiterentwicklung ihrer journalistischen Tätigkeit. Schon oft hat sie für unsere ´typisch frau`-Weihnachtsseite eine Geschichte geschrieben und als zweifache Mutter und dreifache Oma, die gerne vorliest, kann eigentlich nur ein Kinderbuch herauskommen. Und dann ist es auch ein Einstieg für die Zukunft - für das Alter! Denn Bücher schreiben geht mit etwas Glück und ohne Alzheimer auch mit 70 und 80! „Es ist ein Lese- und Vorlesebuch für Kinder bis acht Jahre“, sagt sie, „ ohne sozialkritischen Anspruch, einfach eine schöne Geschichte, ziemlich altmodisch, ohne Vampire, Werwölfe oder Marsmännchen, manchmal ein bisschen traurig, doch viel, viel mehr zum Lachen. Und es ist eine Geschichte, die nach einer Fortsetzung förmlich schreit.“ Und das ist auch das Ziel, diese frisch gebackene Schwarzwald-Familie buchtechnisch durch das Leben zu begleiten.
In Arbeit ist dieses Buch schon etliche Jahre, doch nun muss man wissen, dass meine Kollegin nicht nur Familienfrau in einem Unternehmerhaushalt, freie Journalistin und praktizierende Oma ist, sondern auch noch 2. Vorsitzende von Pro Familia Villingen-Schwenningen und ehrenamtlich engagiert in der von Marianne Mack initiierten Vortragsreihe „Neue Perspektiven“ im Europa- Park. Doch jetzt ist die Zeit reif. Was es kostet, kann sie noch nicht genau sagen, doch verbunden mit diesem Buch wird eine besondere Spendenaktion sein. Lassen wir uns einfach überraschen. Im nebenstehenden Bericht eine Leseprobe – natürlich exklusiv für typisch frau.

Was Kinderbücher bewirken:
Kindsein ist die Zeit der Entwicklung. Die einmalige Chance zu fördern, was noch im Verborgenen ruht. Ein gutes Kinderbuch lässt Bilder vor dem inneren Auge entstehen, lässt weinen und lachen und schult alle Sinne. Das Kind taucht ein in eine andere Welt, vergisst Raum und Zeit, kann Gefühle ausleben und seiner Phantasie freien Lauf lassen. Das gezeichnete Bild soll wertvolle Ergänzung zum Wort sein, das kindliche Auge schulen und Gefühl für Farben und Formen geben.

Leseprobe
Der dritte Tag im Tiefschnee:
...Der Schneepflug hatte zwar den Fahrweg freigeschaufelt, doch genau dieser Schnee war vor seiner Eingangstür gelandet und zwar so hoch, dass der Vater nichts mehr – aber auch gar nichts mehr sah außer Schnee, Schnee, Schnee. Wo war denn die Schneeschaufel? Und da fiel es ihm wieder ein. Sie stand neben dem Eselstall und der war in unerreichbarer Ferne gerückt. „Ich glaube, du steigst lieber aus dem Fenster“, sagte da seine Gott sei Dank so praktisch veranlagte Frau. Etwas sauer stapfte er ins Wohnzimmer riss wütend ein Wohnzimmerfenster auf, stieg erst mit dem rechten Bein nach draußen, machte sich ganz krumm und zog dann das linke Bein hinterher. Matthias schaute ihm bewundernd zu. Sein Vater war einfach klasse! Wie er da auf der schmalen Fensterbank balancierte, fast wie ein Seiltänzer im Zirkus neulich. Matthias zog die Stirn kraus, vielleicht sollte sein Vater auch...überlegte er gerade, als dieser plötzlich die Augen weit aufriss, einen Schrei aus tiefster Seele ausstieß und plötzlich verschwunden war. „Papa, wo bist du?“ rief Matthias entsetzt und auch die Mutter und Lisa kamen angerannt. Mutter schaute aus dem Fenster und da lag ihr Mann wie ein kranker Käfer auf dem Rücken – Arme und Beine nach oben gestreckt und war sogar einen Moment sprachlos. Doch gleich darauf war dieser Augenblick der Stille vorbei. „Guck nicht so“, schrie er jetzt ziemlich wütend, „wenn ich den erwische, der das gebaut hat“, tobte er weiter, stand ächzend auf und klopfte sich den Schnee von der Jacke. Diese Drohung ging völlig ins Leere, denn der Hof war über dreihundert Jahre alt und gebaut hatte ihn ein Bauer namens Willibald-Kuno, der nie auf Fensterbänke steigen musste, weil er so schlau war, die Schneeschaufel direkt neben dem Hauseingang zu stellen und nicht etliche Meter weiter....