Jan-Philipp Bildhauer liebt die Arbeit mit den Kindern in God`s Golden Arce in Südafrika. Bild: Privat
Jan-Philipp Bildhauer aus Königsfeld ist 20 Jahre alt. Gabriele und Wolfgang Bildhauer, seine Eltern, sind Afrika-Fans. Schon als Baby ist er on tour. Er ist gerade ein halbes Jahr alt, als seine Eltern mit ihm vier Monate im Wohnmobil durch die Welt fahren. Von 1994 bis 2000 bereist die Familie Afrika. Jedes Jahr und immer in einem alten Wohnmobil. Doch Bildhauers sind keine typischen Touristen. Immer mit dabei, viel soziales Engagement und Jan-Philipp und sein jüngerer Bruder Kai-Uwe. Mit 18 erhält Jan-Philipp den Sozialpreis der Elternschaft der Zinzendorfschulen in Königsfeld. Und im Augenblick absolviert er seinen Zivildienst (Anderer Dienst im Ausland) in einen Waisenhaus in Südafrika. Hat dich dein Elternhaus so geprägt und warum muss es ausgerechnet ein Zivildienst in Afrika sein? Fragten wir und hier seine Antwort:
,,Ich möchte schon behaupten, dass ich durch die vielen Reisen mit meinen Eltern geprägt wurde. Vor allem rührt meine Begeisterung für andere Länder, Menschen und Kulturen daher. Als Baby nach Jugoslawien, heute nach dem Abi in Südafrika.
Ich weiß nicht wann oder wo, aber auf jeden Fall hat mich auch irgendwann diese Sehnsucht nach Neuem und Fremden gepackt und so war für mich schon lange vor meinem Schulabschluss klar, dass ich ein Jahr im Ausland verbringen möchte. Als ich dann auch noch auf unserer letzten Afrikareise erfuhr, dass man seinen Zivildienst im Ausland absolvieren kann, stand für mich fest, wieder nach Afrika zu gehen. Was mich an Afrika besonders reizte, waren zum einen die vielen verschiedenen Kulturen, die Menschen und ihre Tradition, sowie die Chance direkt dort zu helfen, wo Hilfe besonders wichtig ist.
Ich arbeite in einer Region, in der über 60 % der Menschen arbeitslos sind und jeder Dritte mit HIV infiziert ist und die am stärksten von den Kämpfen während der Apartheid betroffen war. Es mangelt an fließend Wasser und Strom und viele Kinder leiden an Unterernährung. Hier ist meiner Meinung nach Hilfe von viel größerer Bedeutung.
Ich möchte nicht sagen, dass es in Deutschland keine Menschen gibt, die Hilfe brauchen und viele Institutionen und Krankenhäuser sind geradezu auf Zivildienstleistende angewiesen, doch für mich macht es schon einen Unterschied in einem Pflegeheim im ruhigen und zivil-
isierten Deutschland zu arbeiten oder aber direkt mit von Aids betroffenen bzw. missbrauchten und vergewaltigten Kindern.
Trotz ihrer oft sehr tragischen Vergangenheit, über die man nur sehr selten etwas von den Kindern erfährt, sind sie extrem lebensfreudig und ich war überrascht, mit welcher Geschicklichkeit sie aus vermeintlichem Müll Spielsachen machen können und wie sie sich über die kleinsten Kleinigkeiten freuen können.
Soziales Engagement mag auch von den Begegnungen mit den unterschiedlichsten Kulturen herrühren und ich glaube auch in Deutschland schon einiges davon an den Tag gelegt zu haben. Ganz bestimmt wurden durch die Reisen die Sehnsucht geweckt und so möchte ich nach meiner Rückkehr auch Internationale Beziehungen studieren, um hoffentlich später für das Auswärtige Amt oder eine Internationale Organisation arbeiten zu können. International muss es sein und der Verständigung zwischen Menschen und Kulturen dienen. Ich denke, dass reisen auch in einem nicht zu missachtenden Maße bildet und zur Selbständigkeit und Selbstfindung beiträgt.
Der große Unterschied in der Arbeit hier zu einer Arbeit in Deutschland liegt für mich darin, dass ich hier zeigen kann, dass ich wirklich helfen möchte. Die Tatsache ,in der weltweit von AIDS und HIV am stärksten betroffenen Region zu arbeiten, war eher nur noch mehr Ansporn, sich mit diesem Thema zu beschäftigten und mich für das Projekt stark zu machen. Die Arbeit ist im Unterschied zu einem Dienst in Deutschland unentgeltlich und man muss sogar noch Geld an die Trägerorganisation spenden. Dies war mir nur durch die Unterstützung meines tollen Spendenkreises, den ich mit Hilfe meiner Eltern aufbaute, möglich.
Ich möchte die Arbeit in deutschen Altenheimen nicht schlecht heißen, denn ich finde sie sehr sinnvoll und notwendig. Direkte Hilfe in einer durch AIDS (offiziell ist jeder Dritte infiziert, die Dunkelziffer dürfte bei 40-50% liegen) und Massenarbeitslosigkeit (60%) geschundene Region hat für mich aber einen höheren Stellenwert. Hinzu kommt natürlich meine Begeisterung für anderen Länder, Menschen und Kulturen und mein Englisch wird natürlich auch besser. Auf GGA lernt man auch Jugendliche aus den verschiedensten Ländern kennen, was ebenfalls zum interkulturellen Austausch beiträgt.
Das Projekt:
Zulus sind religiös und traditionell und glauben an Geister und Dämonen. Die Männer haben mehrere Frauen, dürfen fast alles und die Frauen fast nichts. Die Vergewaltigung von Jungfrauen und Kindern gilt als wirksames Mittel gegen AIDS. God`s Golden Arce (GGA) liegt in der Nähe von Durban im Gebiet Kwazulu Natal. 1996 wurde diese Hilfsorganisation von der weißen Südafrikanerin Heather Reynolds gegründet. Rund 100 Kinder leben ständig dort. Was sie erlebt haben, ist
unvorstellbar. Viele leiden unter ihrer Vergangenheit und brauchen besondere Zuwendung. Zusätzlich betreut GGA etwa 1000 Waisenkinder in ländlichen Gebieten. Familien, die Waisenkinder aufnehmen, werden mit Kleidern und Nahrungsmitteln unterstützt. Aber auch weitere 100 Familien werden mit Grundnahrungsmitteln versorgt, da sie sonst verhungern würden. Jans anderer Dienst im Ausland (AdiA) dauert 11 Monate und wird als Ersatzdienst anerkannt. Im Internet finden Sie viele Informationen, zum Beispiel unter www.gods-golden-arce.de oder www.aida.de. Dieser Zivildienst wird nicht vergütet. Ganz im Gegenteil, Jan musste noch Geld mitbringen. Für alle, die spenden möchten um das Leid der Kinder zu mildern, hier die Bankverbindung: Konto-Inhaber: Kusaidia Afrika - Helfen in Afrika e.V. Konto-Nr. 27115011, Volksbank Freiberg u. Umgebung, BLZ 60069738, Verwendungszweck: YZW Tour 2006 für Kinderheim Gods Golden Arce ck.
Deutschland Tour der ,,Young Zulu-Warriors"
Mit ihrem Musical ,,Thula Sizwe"starten die jungen Sänger, Tänzer und Musiker der Hilfsorganisation ,,Gods Golden Arce" zu einer Deutschland-Tournee. In Villingen treten sie am 22.März auf und am 24. in Bietigheim-Bissingen. Kontaktadresse: W. Bildhauer, Tel. 07725-7132, e-mail: diebildhauer@t-online.de ck.
Neues vom Mond und wie er helfen kann
Dass Ebbe und Flut, das Wetter, das Verhalten von Pflanzen und Tieren und unser weiblicher Zyklus irgendwie mit dem Mond zusammenhängen, hat sich schon herumgesprochen. Dabei geht es nicht nur um zu- oder abnehmenden, Voll- oder Neumond, sondern auch noch um ab- und aufsteigenden Mond und seinen jeweiligen Stand in einem Sternzeichen des Tierkreises. Also gar nicht so einfach! Was an welchen Tagen sinnvoll ist und was nicht, zeigt ein Mondkalender an. In loser Folge möchten wir Ihnen die besten Tipps mit an Hand geben. Tipps, die das Leben erleichtern können aber auf keinen Fall schaden. Also, planen Sie direkt morgen eine Stunde für sich ein, denn bei der Finger- und Zehnagelpflege hilft der Mond mit und auch Gesichtspackungen ziehen ganz besonders gut ein. Alle Heimwerker können morgen getrost loslegen und besonders heikle Arbeiten an Haus und Hof vornehmen oder zum Pinsel greifen, denn auch Malerarbeiten zum richtigen Zeitpunkt sollen witterungs-beständiger sein. haben Sie sich für diese Woche eine Fensterputz-Aktion vor-genommen, verschieben Sie die ganze Geschichte, denn dafür gibt es laut Mond viel bessere Tage. Und sollten Sie ein paar Pfund zu viel auf den Rippen haben - am Samstag wäre ein idealer Tag weniger zu essen oder gar zu fasten. (Quelle Das Mondjahr 2006, Johanna Paungger und Thomas Poppe.
Barbara Dickmann
