Christina Schultzke mit einigen Englisch-Kindern bei ihrer Graduation Party. Bild: B. Dickmann
Wenn von "der Wirtschaft" die Rede ist, dann denken Sie vielleicht an Porsche oder Hugo Boss, oder vielleicht an Ihren Arbeitgeber, so mit 60 oder 100 Mitarbeitern... Doch es gibt unendliche viele Kleinbetriebe, deren Bedeutung oft unberücksichtigt bleibt. Die besonderen Kennzeichen von Kleinbetrieben haben mit den Begriffen dünn und hoch zu tun. Dünne Personaldecke, dünne Finanzdecke, hoher Preisdruck und hohe Abgabenlast. Könnte man "dünn" gegen "hohe" jeweils austauschen, wäre die Sache viel, viel interessanter. An 35% der Unter-nehmensgründungen von Klein-betrieben in 2006 waren Frauen beteiligt. Beim Gewerbe, das im Nebenerwerb betrieben wird, waren es sogar knapp 40%. Generell ist die Zahl der Neugründungen von Kleinbetrieben um ca. 5% gegenüber 2005 zurückgegangen.
Frauen gründen Nagelstudios, Schreib-büros, Boutiquen, Bistros - und gehen oft innerhalb weniger Jahre den Bach ab. Wenn sie Glück haben, kommen sie mit einem blauen Auge davon, doch manchmal ist alles, was bleibt, ein Berg voll Schulden. Keine Frage, pfiffige Ideen sind gefragt, wenn man überleben will. Mira B. hat zum Beispiel ein "Fach-Geschäft" gegründet. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Sie hat ein Ladenlokal mit 90 Fächern eingerichtet. In zwei Fächern verkauft sie ihren Schmuck, doch in den anderen 88 Fächern können ihre "Mieter" von der Postkarte bis zum T-Shirt alles Mögliche anbieten. Es gibt kleine und große Boxen, der Mietpreis beginnt bei ca. 13 Euro pro Monat und bringt so einiges. Nicht nur Bares, sondern ein bunter, interessanter Mix an Klamotten, Krust und Kunst, der ständig wechselt und die Kunden anzieht.
Und hier die Erfolgsstory schlechthin. Wo: in Triberg-Nussbach. Sie beginnt im April 2003. Christina Schultzke aus Nussbach, damals 31 Jahre jung, Mutter eines zwei-jährigen, blondgelockten jungen Mannes, lebt mit ihrer Familie seit ein paar Jahren
im Schwarzwald. Sie spricht Englisch wie ihre Heimatsprache, hat viele Jahre in Amerika gelebt und wagt den Schritt in die Selbstständigkeit. Sie lässt sich zur Starchild-Englisch-Lehrerin ausbilden. Sie will Englischunterricht für Vorschulkinder anbieten. Wo: in ihrem Wohnzimmer, in Kindergärten und vielleicht auch in der Grundschule. Ihr Hilfslehrer ist ein wuscheliger Teddy, der singt, schläft, hüft und tanzt. Ja er kann sogar malen, spielt Memory und kennt lustige Geschichten. Keine Frage, Sie erahnen es schon. Christinas Unterricht hat nicht die geringste Ähnlichkeit mit einer klassischen Schulstunde. Die kleinen "Schüler" sind total begeistert. Spielend lernen sie eine Fremdsprache, traditionelle, englische Feste und Lieder... Alles wunderbar, doch geht das auf die Dauer gut? Schließlich sind wir hier nicht in Stuttgart oder Karlsruhe, sondern auf dem Land! Und wo sollen denn die ganzen Kinder herkommen? Christina beginnt mit 5 Kindern aus Triberg, 13 Kids besuchen ihren VHS-Kurs und drei Kindergärten klinken sich ein...
21. Juli 2008 - fünf Jahre später: Kinder, Kinder, Kinder soweit das Auge reicht. Sie tragen Caps mit dem kleinen Troll, T-Shirts mit dem kleinen Troll, haben Bücher von dem kleinen Troll, eine lustige Figur, die sie selbst entwickelt hat. Auch Spiel- und Bastelideen sind aus eigener Produktion. Christinas Terrasse vor dem Haus ist zum Elterncafé umgewandelt worden. Auch einige Väter sind mit dabei, denn für 40 Kinder ist heute ein großer Tag. Es ist Graduation Party! Alle Kinder, die zwei Jahre durchgehalten haben, bekommen ihr "Diplom" und ihren "Doktor-Hut". Viele Kinder haben das inzwischen geschafft. Es werden immer mehr.
Ungefähr 140 Kinder unterrichtet sie im Augenblick. Sie wohnen in St. Georgen, Furtwangen, Triberg, Hornberg. Ab September ist sie auch in Villingen-Marbach vertreten. Christina ist nicht kleiner, sondern immer größer geworden. Sie schafft es nicht mehr alleine und hat inzwischen vier qualifizierte, zertifizierte KINDERLEICHT ENGLISCH- LEHR-ERINNEN, die auf Mini-Job-Basis oder freiberuflich arbeiten. Erst vor zwei Jahren hat sie ihren Namen von Starchild-Englisch in KINDERLEICHT-ENGLISCH unbe-nannt, da sie zusammen mit einer Frankfurter Firma den kleinen Troll ins Leben gerufen hat. Im Augenblick arbeiten sie an eigenem Lern-Material für Kinder-garten-Kinder und an einer begleitenden CD.
Und dann ist noch Emma dazugekommen, ihre 15 Monate alte Tochter, die mit dem kleinen, nur Englisch sprechenden Troll genauso groß wird, wie mit dem nur Deutsch sprechenden Teddy. Gearbeitet hat sie bis zur Geburt, denn Mutterschutz ist ein Fremdwort, wenn man selbständig ist. Christina hat es geschafft. Nach fünf Jahren sind Kleinbetriebe aus dem Gröbsten raus, sind etabliert und haben gute Chancen, dass sie weiter bestehen werden. "Die Nina macht das ganz toll, sie hat immer so gute Ideen", ist die einhellige Meinung der Eltern.
Und das ist wohl das Schwierigste, wenn man selbständig ist. Kontinuierlich nicht nur gut sein, sondern immer besser werden. Ihr Erfolgsrezept: Unermüdlicher Einsatz, Kreativität, Qualität, ein Draht zu Kindern, nicht unterkriegen lassen, die Zähne zusammenbeißen, wenn's mal eng wird. Und Mut! Übrigens, Christina ist immer auf der Suche nach engagierten Frauen mit sehr guten Englischkenntnissen, die mitmachen möchten. Einfach anrufen, die Tel.-Nummer finden Sie unten.
Das Konzept:
Die Weltsprache Englisch gewinnt rasant weiter an Bedeutung. Das KINDERLEICHT ENGLISCH Team nutzt die Phase des Sprechen lernens im Kleinkind- und Kindesalter, denn von Geburt an lernen Kinder ihre Muttersprache durch Hören und Nachahmen, durch "multisensorisches Lernen". Genau hier setzt der Englisch-Unterricht an. Alle Sinne wie Hören, Tasten, Sehen, Riechen und auch Schmecken werden gefordert und genutzt. Durch viele Bilder, Lieder und Spiele erlernt das Kind schrittweise und auf natürlichem Weg die neue Sprache. Der Unterricht findet in kleinen Gruppen statt und der Schwerpunkt der ersten beiden Unterrichtsjahre liegt im Sprechen. Auch die Kultur rund um die englische Sprache wird den Kindern näher gebracht. Sie feiern gemeinsam traditionelle britische oder amerikanische Feste wie Valentine's Day, Halloween oder Thanks Giving. Kosten: 25 Euro im Monat zuzüglich Materialgebühr, Geschwisterkinder zahlen 23 Euro. Kündigen kann man jeweils zu den Sommerferien oder Weihnachtsferien. Kostenlose Schnupperstunden gibt es wieder ab September.
Christina Schultzke erreichen Sie unter 07722-919679, Email: nina@schultzke.de, www.kinderleicht-englisch.de
Barbara Dickmann
