So zierlich sie ist, so kraftvoll wirkt sie. Dass sie Mitte vierzig ist und zwei fast erwachsene Kinder hat, scheint ein Gerücht zu sein und was sie von sich selbst verlangt, verlangt sie auch von anderen. Sie redet , tacheles` und nicht um den heißen Brei herum, ist provokativ und ehrlich - und hat damit Erfolg.
Und doch geht Dr. Petra Mommert-Jauch, 46 Jahre jung, seit etlichen Jahren am Stock, denn ihr Name ist unwiderruflich mit zwei Stöcken verbunden, die man braucht, um Nordic Walking auszuüben, eine Sportart, die 1986 durch Klaus Bös, Professor für Sportwissenschaft an der Universität Karlsruhe, von Finnland nach Deutschland importiert wurde. Petra Mommert-Jauch gilt als die Walking-Expertin schlechthin und tanzt auf tausend Hochzeiten. Sie ist Dozentin an der Universität Karlsruhe, Institut für Sport und Sportwissenschaft, Geschäftsführerin und Ausbildungsleiterin des DWI-Deutschen Walking Instituts (deren 1. Vorsitzender Prof. Klaus Bös ist), ist Inhaberin des ISR-Instituts für Sport und Rehabilitation, Sportfachreferentin auf internationaler Ebene und so nebenbei TV-Ratgeberin und mehrfache Buchautorin. Können Sie sich vorstellen, wie schwer es war, einen Termin mit ihr zu vereinbaren? Denn ihre Familie und ihre Tiere sind auch noch da und die stehen weiß Gott nicht an hinterster Stelle.
,,Wir sind ein gutes Team", sagt sie, wenn sie von ihrem Mann spricht, denn der Weg zur erfolgreichen Frau und Mutter war nicht auf Rosen gebettet, sondern musste hart erkämpft werden. Schon als Kind wollte Petra schon immer Sport studieren. Voraussetzung dafür ist nicht nur das Abitur, sondern auch ein sportmedizinischer Check. Doch bei ihr schüttelt der Arzt nur mit dem Kopf. Das sei Idiotie, das würde sie nie mit ihren
körperlichen Voraussetzungen schaffen, sagt er. Doch Petra sucht sich eine andere Uni, hat Riesenprobleme beim Schwimmen und Geräte-Turnen, doch trotz Lähmung trainiert sie wie eine Wilde. Das Ergebnis: Sie schließt mit Auszeichnung ab. Ob sie hier zum ersten Mal merkt, dass der Wille stärker ist als das Fleisch? Wenn sie heute noch daran zurückdenkt, funkeln ihre Augen: ,,Viele kranke Menschen hören auf solch einen Mediziner und vertrauen ihm," sagt sie. Petra kann sofort arbeiten, erhält eine wissenschaftliche Assistentenstelle, ist gleich Dozentin und wird schwanger. Und wieder Kopfschütteln, diesmal bei ihrem Professor. Sie solle doch abtreiben lassen, jetzt ein Kind, das sei doch verrückt, ist sein Rat. Petra bekommt nicht nur ein Kind, sondern 14 Monate später das zweite. Nach kurzer Erziehungspause steigt sie wieder ein. ,,Zwei Kinder und Job unter einen Hut zu kriegen ist verdammt schwer," sagt sie und das können viele Frauen nur bestätigen. Als ihr Mann die Firma seines Vaters in Schwenningen übernimmt, zieht die Familie in die Nähe und Petra streckt ihre beruflichen Fühler aus. Sie arbeitet beim Deutschen Turnerbund und Leichtathletikverband und später bei der AOK als Gesundheitsreferentin. Nach acht Jahren macht sie sich mit einem eigenen Institut selbständig, arbeitet zusätzlich als Dozentin an der Universität in Karlsruhe und wird Geschäftsführerin des DWI Deutschen Walking Instituts.
,,Das war alles nicht geplant, doch eins kam einfach zum anderen," berichtet sie. Seit ein paar Jahren leitet sie zusätzlich Aqua-Jogging-Gruppen und das fast freundschaftliche Verhältnis, das sich daraus entwickelt, ist für sie ein richtiges Highlight. Sie solle doch mal Prioritäten setzen, nicht mehr so viel machen und etwas abgeben, ist ein weiterer Rat, den
sie neuerdings oft hört. Und dazu nickt sie ausnahmsweise einmal, denn das findet sie auch. Mit 46 ist man keine 20 mehr. ,,Ich muss schon aufpassen, dass ich nicht aufgefressen werde," sagt sie und lächelt. Doch was soll sie aufgeben? Die pure Praxis, die Arbeit in den Gruppen? Nein, auf keinen Fall, das macht ihr besonders Freude. Oder die Ebene derjenigen, die mit den Patienten arbeiten, wie zum Beispiel Ärzte und Therapeuten, die sie anleitet und ausbildet? Nein, da kann sie viel bewegen. Und die dritte Ebene - die Funktionärsebene? Nein, das ist einfach hoch spannend. Also bleibt im Augenblick (fast) alles beim Alten, denn eins greift ins andere und was sie reizt ist nicht einfach nur Nordic Walking, sondern die Vielfältigkeit. Doch von Fall zu Fall überlegt sie heute viel genauer, ob und wie viel Zeit sie für bestimmte Dinge opfert.
Sie merken es schon, es wird nicht nur ein Nordic Walking- und Anti-Cellulite-Abend. Es wird viel, viel mehr. Denn mit Dr. Petra Mommert-Jauch und Birgit Wager erleben Sie zwei Referentinnen, die nicht einfach in eine Schublade passen. Sie erleben zwei Frauen, die sich ihren Erfolg erarbeitet haben und immer noch erarbeiten und die ehrlich, ja manchmal zu ehrlich sind. Doch gerade sie zeigen ihnen am 26. April in Bad Dürrheim, 20 Uhr, Wege zum ,Aha-Erlebnis`, zu mehr Energie und Leistungsfähigkeit und zu mehr Schönheit, denn die kommt dann automatisch. Wie immer bei ,typisch frau`, ist auch dieser Vortrag kostenlos. Nähere Info siehe nebenstehenden Bericht.
Barbara Dickmann
