Es gibt nie genug

- Ingolf Haas aus Schonach - Gespräche mit Gott -

Conny und Ingolf Haas. Bild: privat

In der Nacht vom 27. Oktober 1999 gibt er endlich nach. Sein innerer Drang, sein Vertrauen und seine Intuition sind so groß, dass er sich an den PC setzt. Gestärkt durch die ,,Gespräche mit Gott", einer Trilogie von Neale Donald Walsch (erschienen im Goldmann- Verlag) stellt er seinem Inneren zum ersten Mal eine schriftliche Frage: Was soll ich hier? Antwort: Weißt Du das nicht? Doch, ich soll schreiben, was meiner Ansicht nach meine Stimme ist, also was ich höre. Aber macht das einen Sinn? Hat Neale Donald Walsch nicht alles genau und wahrscheinlich viel besser von dir gesagt bekommen als ich?
Antwort: Es gibt kein besser und kein schlechter. Es gibt nie genug, auch Walsch kann nur für gewisse Leute schreiben. Du wirst eine andere, teilweise zusätzliche Zielgruppe haben, aber auch Menschen, die Walschs "Gespräche mit Gott verschlungen haben, werden diese Bücher als zusätzliche Informationen lesen!" In der Nacht vom 27. Oktober 1999 schläft Ingolf Haas sehr wenig. In den folgenden wird es nicht besser.
Ingolf Haas, Jahrgang 1962, ist ein ganz normaler Mensch. Er ist selbständiger Handwerker und geht täglich zur Arbeit, hat Frau und drei Kinder und ist darüber sehr glücklich. Er ist weder Guru noch ein Wesen, das mit mehr übernatürlichen Kräften ausgestattet wurde, als irgendein anderes. Doch was ist normal und was ist übernatürlich? Was ihn vielleicht ein wenig von der Masse abhebt, ist seine Suche nach dem Unbekannten und seine ständigen Fragen. Schon als Kind schluckt er nicht alles, was sein Pfarrer oder seine Religionslehrer ihm sagen und je älter er wird, desto mehr probiert er aus. Die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Meditation, Bewusstseinsreisen, Schamanismus.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass alle diese Techniken Werkzeuge sind. "Jeder darf selbst ausprobieren, mit welchem Hammer er den Nagel am tiefsten eintreiben kann", sagt er. Auch seine Frau wird nie zum Hindernis, sondern begleitet ihn auf diesen Wegen. Sie ist für ihn die Traumfrau schlechthin. Die wichtigsten Begleiter von Conny und Ingolf Haas: Bücher, Bücher und nochmals Bücher. "Ich glaube, ohne Bücher wären wir schnell auf einen nicht bewussten Weg abgebogen. Heute weiß ich, dass immer genau das richtige Buch zur richtigen Zeit

einem in die Hände fällt, man sollte dies nur versuchen zu erkennen." Die "Gespräche mit Gott" sind ihnen so vertraut und eröffnen trotzdem eine neue, phantastische Welt. Conny und Ingolf steigen selbst als Autoren ein. Während Conny durch das Schreiben Antworten auf ihre Fragen findet, schreibt Ingolf eine märchenhafte Geschichte für Jugendliche und Erwachsene, die gern träumen. "Djino", sein kleines Büchlein spielt in der Welt der Delphine und ist für Ingolf eine sensationelle Entwicklung, da er in seiner Schulzeit nicht gerade durch überragende Fähigkeiten in Rechtschreibung glänzte. Ingolf ist stolz auf sein Buch, doch die Verleger reißen sich nicht gerade darum, "Djino" bleibt in der Schublade und der Wille zum Schreiben weicht der Enttäuschung. Bis zu jeder besagten Nacht im Oktober 1999. Ingolf schreibt und schreibt.
Ingolf stellt Fragen an sich selbst und erhält die Antworten. In einer lockeren, deutlichen Art und Weise werden auf 210 Seiten Fragen ausgesprochen, die alltäglich sind und leicht verständliche Lösungen auf die Probleme des Lebens geboten. Oft findet man sich darin wieder und erkennt vielleicht sogar die Chance, das Spiel seines Lebens zu kreieren. "In der Stille hör ich ihn - Gott antwortet dir wirklich!" Ein Buch von Ingolf Haas aus Schonach (ISBN 3-933482-52-2 € 18,41). Eine Leseprobe finden Sie im Anschluss.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Buch von Ingolf Haas, das im Frage- und Antwort-Stil geschrieben wurde. In seinen Gesprächen mit Gott stellt er Fragen an sein Innerstes.

...Heute ist Sonntag. Ich brauche nicht zur Arbeit und habe einfach Lust, ein wenig mit dir zu plaudern. Seltsam ist nur, dass ich nicht wie sonst Fragen an dich habe. Normalerweise habe ich dutzende Fragen, die sich so über den Tag hinweg sammeln, jetzt komme ich mir irgendwie komisch vor.
Lass uns einmal deine wichtigsten Wünsche formulieren.
Meine Wünsche?
Ja, was ist dir wichtig in deinem 3D Leben, was willst du wirklich im Hier und Jetzt?
Hey, das ist gar nicht so einfach... Ich denke, ich will Freiheit, Ruhe, Unabhängigkeit. Ich wünsche mir einen starken Glauben an dich, an die Energie, die ich Gott nenne.
Und wie willst du diese Freiheit erreichen?
Nun, auch wenn ichs nicht gerne zugebe, ich glaube, ich wünsche mir auf jeden Fall eine Menge Geld. So viel, dass ich nur noch aus Spaß an der Freude arbeite und nicht mehr, um meinen Unterhalt zu verdienen. Am liebsten hätte ich so viel - du kennst sicherlich den bekannten Ausspruch -, dass ich immer eine Mark mehr habe, als ich ausgeben möchte. Ich denke,

dann könnte ich mein 3D Leben so gestalten, wie ich mir das wünsche. Ich könnte schreiben, lesen auch lernen und all die Dinge tun, zu denen ich keine oder zu wenig Zeit finde. Ja, das Malen würde ich gerne wieder anfangen.
Nun, du denkst wie die meisten Menschen denken. Geld wird mit Freiheit gleichgesetzt. Nur wer genügend Geld besitzt, hat auch Freiheit in sich, also auch Unabhängigkeit und kann sich seine innere Ruhe besorgen. So wird alles unternommen, damit möglichst viel von eurem Geld angeschafft wird, um dann irgendwann später frei zu sein. Es wird gehetzt, geschuftet, sämtliche Gedanken werden über Geld gedacht, ja sogar kleine und größere Lügen werden in Kauf genommen, um sich ja irgendwann die innere Ruhe, die Freiheit leisten zu können. Du glaubst nicht, wie viele Menschen denken, wenn sie es sich nur leisten könnten, würden sie ihren Glauben auch leben können. Mit anderen Worten: Ich höre da ein stilles Gebet heraus, das etwa so geht: ,,Bitte, lieber Gott, gib mir und den meinen so viel Kapital wie nur möglich, dann werde ich auch brav sein, viel beten und mein Leben in deine Hände geben."
Ääähhh..., kann es sein, dass ich mich da ein wenig selbst erkenne?
Kursiv: Glaubst Du, glaubt ihr wirklich, nur materieller Reichtum führt zum innersten Frieden, zu dieser Mitte von der ich sprach? Glaubt ihr wirklich, Gott kann nur gefunden werden, wenn genügend "Kohle" auf dem Konto ist? Ich möchte hier nochmals klar stellen, dass ich absolut nichts gegen Reichtum habe und ihn jedem gönne, der sich seine Wünsche erfüllen kann. Aber glaube mir, gerade die Sucht, also die Suche nach dem Geld hält euch davon entfernt. Geld ist doch, wie schon erläutert, nichts anderes als eine Form von Energie. Ihr glaubt, wenn ihr Geld in euren Händen habt, habt ihr das Mittel, eure materiellen Wünsche zu erschaffen, zur Materie werden zu lassen. Es ist also nur der intensive Glaube (das Wissen) an dieses Geld, das euch die Dinge erschaffen lässt. Geld ist eben nur ein Symbol wie alles andere innerhalb der Materie auch, also nur ein Gedanke. Nun behaupte ich, ihr zäumt das Pferd von hinten auf wenn ihr glaubt, nur in die innere Mitte gelangen zu können, wenn ihr durch Geld die Zeit habt, euch diese Mitte zu erarbeiten. Die Energie, die sich euch als Geld symbolisiert, wird aber erst zu euch gelangen können, wenn ihr diese Energie in euch wachruft. Anders ausgedrückt, wenn ihr euch der inneren Mitte nähert, wird auch genügend Energie vorhanden sein und sie kann sich euch durch das Symbol Geld zeigen...
(Quelle: In der Stille hör ich ihn - Gott antwortet dir wirklich! ISBN 3-933482-52-2 € 18,41).

Barbara Dickmann