
Gerdrud Götz (im Bild) pflegt wie
Gabriele K. liebevoll ihr Kind
Gestern war die Welt noch in Ordnung, doch auf einmal bricht alles zusammen und das Schicksal schlägt zu. Und sollten Sie heute etwas sauer sein, weil mal wieder alles an Ihnen hängen bleibt, dann werden die folgenden Zeilen dazu beitragen, dass Sie schnell wieder mit ihrem Schicksal versöhnt sind. Gabriele K. sitzt vor dem Computer und versucht zu schreiben. Es sollen Dankesbriefe an Freunde und Bekannte werden, doch die Stille, die von ihrer Tochter ausgeht, hat auch Besitz von ihrer Seele ergriffen. Ihr fehlen einfach die Worte um auszudrücken, was sie fühlt.
„Wir haben lernen müssen, dass die Vergangenheit Geschichte , die Zukunft ein Geheimnis, aber jeder Augenblick mit meiner Tochter ein Geschenk ist“, sagt Gabriele. Als ihr die Ärzte erklärten, dass das Hirn ihrer Tochter nach dem Herzstillstand durch den Sauerstoffmangel so schwer geschädigt sei und sie nicht mehr gesund würde, wollte sie es nicht wahr haben. „Ich habe damals gedacht, dass wir immer eine starke Familie waren und auch das schaffen werden.“ Doch während die Tochter in Freiburg wochenlang um ihr Leben kämpft, liegt ihr Mann im Hospiz und wartet auf seinen Tod. Fünf Monate pendelt Gabriele K. zwischen ihrer Tochter und ihrem Mann. In dieser Zeit hört sie auf, an die Kraft ihrer Familie zu glauben. Ihr Mann stirbt mit der Gewissheit, dass er sich nicht mehr von seiner jüngsten Tochter verabschieden kann. Gabriele K. hat nur noch den Wunsch, ihre Tochter nach Hause zu holen und sie mit aller Liebe und in Geborgenheit aufzufangen und ihren beiden ältesten Kindern eine Stütze zu sein.
14 Monte verbringt sie mit ihrer Tochter in einer Reha-Einrichtung für junge Menschen mit schwerer Hirnschädigung. Die Ärzte raten ihr, die Tochter in ein Pflegeheim zu geben, doch Gabriele K. entscheidet anders. Sie holt ihre Jüngste nach Hause. „In meinem Gepäck war alles. Die unendliche Liebe zu meinem Kind, der Mut es schaffen zu wollen, die Hoffnung ihr eines Tages wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu können.“ Doch auch die Angst, in wirtschaftliche Not zu geraten ist in ihrem Hinterkopf.
Die Realität holt sie schnell ein. Statt sich ganz der Pflege ihrer Tochter widmen zu können, muss Gabriele K. Formulare um Formulare ausfüllen. Krankenkasse, Pflegekasse, Sanitätshäuser...Am meisten kränkt sie folgender Satz, den sie einige Male ertragen muss: „Wir lehnen die Hilfsmittel ab, da keine Aussicht auf Erfolg besteht.“ Die Tochter wird zuerst in Pflegestufe zwei eingestuft. Gabriele K. widerspricht und erreicht schließlich die die Einstufung in Pflegestufe drei – ein Pflegeheim würde den Kostenträger das Dreifache kosten. Gabriele K. kann nicht mehr arbeiten, die Tochter muss mehrmals am Tag gewickelt werden und wird über eine Magensonde ernährt. Die dreifache Mutter und Witwe und muss den Teil ihrer Lebensstrategie aufgeben eigene Probleme selbst aus dem Weg zu räumen. Rente und Pflegegeld reichen nicht, die älteren Geschwister und sogar die Freunde unterstützen sie auch finanziell, denn viele Therapien und kleine Dinge, die der Tochter das alltägliche Leben erleichtern, werden von den Kostenträgern nicht übernommen. Gabriele K. nimmt die finanziellen Hilfen an. „In Anbetracht des Schicksals meiner Tochter, ist mir im Augenblick meine Würde nicht wichtig“, sagt sie. Durch den Tod des Vaters und der schweren Hirnschädigung der jüngsten Tochter, die kurz vor dem Abitur stand bevor sie ins Wachkoma fiel, ist die Familienstruktur stark erschüttert. Die ältere Schwester hilft bis heute liebevoll bei der Pflege mit, fühlt sich aber beruflich ziemlich ausgebremst. Und Gabriele K. hat nicht die Kraft, ihr die Zuversicht zu geben und sie aufzufordern, ihre Träume umzusetzen. Der Sohn hat es noch so eben geschafft, wohnt in der Nähe und hilft wo es nur geht.
Die Realität holt sie schnell ein. Statt sich ganz der Pflege ihrer Tochter widmen zu können, muss Gabriele K. Formulare um Formulare ausfüllen. Krankenkasse, Pflegekasse, Sanitätshäuser...Am meisten kränkt sie folgender Satz, den sie einige Male ertragen muss: „Wir lehnen die Hilfsmittel ab, da keine Aussicht auf Erfolg besteht.“ Die Tochter wird zuerst in Pflegestufe zwei eingestuft. Gabriele K. widerspricht und erreicht schließlich die die Einstufung in Pflegestufe drei – ein Pflegeheim würde den Kostenträger das Dreifache kosten. Gabriele K. kann nicht mehr arbeiten, die Tochter muss mehrmals am Tag gewickelt werden und wird über eine Magensonde ernährt. Die dreifache Mutter und Witwe und muss den Teil ihrer Lebensstrategie aufgeben eigene Probleme selbst aus dem Weg zu räumen. Rente und Pflegegeld reichen nicht, die älteren Geschwister und sogar die Freunde unterstützen sie auch finanziell, denn viele Therapien und kleine Dinge, die der Tochter das alltägliche Leben erleichtern, werden von den Kostenträgern nicht übernommen. Gabriele K. nimmt die finanziellen Hilfen an. „In Anbetracht des Schicksals meiner Tochter, ist mir im Augenblick meine Würde nicht wichtig“, sagt sie. Durch den Tod des Vaters und der schweren Hirnschädigung der jüngsten Tochter, die kurz vor dem Abitur stand bevor sie ins Wachkoma fiel, ist die Familienstruktur stark erschüttert. Die ältere Schwester hilft bis heute liebevoll bei der Pflege mit, fühlt sich aber beruflich ziemlich ausgebremst. Und Gabriele K. hat nicht die Kraft, ihr die Zuversicht zu geben und sie aufzufordern, ihre Träume umzusetzen. Der Sohn hat es noch so eben geschafft, wohnt in der Nähe und hilft wo es nur geht.
Auch nach vier Jahren liegt die Tochter mit offenen Augen da und betrachtet Personen und Umfeld. Eine Kommunikation ist mit ihr nicht möglich. Ihr Körper hat sich stark verändert, da Muskeln und Sehnen nicht mehr genutzt werden. Teilweise so stark, dass sich die Sehnen wie Messer durch ihr Fleisch schneiden. All diese Veränderungen müssen durch ständige Operationen, Reha-Maßnahmen und Veränderungen im Tagesablauf korrigiert werden.
Doch Gabriele K. will es schaffen und ihre beiden erwachsenen Kinder wollen das auch, „die Schwester soll nicht in ein Pflegeheim, sie gehört zu uns“, ist die eindeutige Aussage. Wie gesagt, sollten die Kinder heute wieder unmöglich sein, Ihr Intensivsozialpartner übellaunig und die Arbeitskollegin Ihnen mal wieder den miesesten Job andrehen will – genießen Sie es.
Doch Gabriele K. will es schaffen und ihre beiden erwachsenen Kinder wollen das auch, „die Schwester soll nicht in ein Pflegeheim, sie gehört zu uns“, ist die eindeutige Aussage. Wie gesagt, sollten die Kinder heute wieder unmöglich sein, Ihr Intensivsozialpartner übellaunig und die Arbeitskollegin Ihnen mal wieder den miesesten Job andrehen will – genießen Sie es.
