Wenn das neue Zeitalter des Lichts anbricht

- Christoph Häuseles neues Klassik-Rock-Musical, Sara -

Ein Satz ist es, der zumindest das künstlerische Leben von Christoph Häusele, Musiklehrer am Gymnasium in Triberg, schon seit fast zwanzig Jahren prägt. Leider ist er zu schön um wahr zu werden, denn er lautet: ,, Ich hänge einer Vision der Hoffnung nach, versuche, das Gespräch über Bäume parlamentsfähig und das Pfauenauge zum Nachrichtenthema in der Tagesschau zu machen". Diese Worte von Hubert Weinzierl, dem ehemaligen Vorsitzenden des BUND gaben Christoph Häusele vor zehn Jahren den Anstoß zur Komposition des Liedes ,,Pfauenauge in der Tagesschau", dem Titelsong seines 1995 in Triberg aufgeführten gleichnamigen Musicals.
Eigentlich wollte Christoph Häusele das "Pfauenauge" noch einmal aufführen und dort einfach anknüpfen, was er vor zehn Jahren auf die Bretter, die die Welt bedeuten, gebracht hatte. Doch als er sich erneut in die Thematik vertieft, veränderte sich die ganze Geschichte. Viele kleine, aber auch teilweise massive textliche, musikalische und inhaltliche Änderungen reihten sich aneinander und zuletzt wurde aus ,,Pfauenauge" das neue Klassik-Rock-Musical ,,Sara", das am 14. Oktober in Triberg uraufgeführt wird. Hauptakteure sind die Schülerinnen und Schüler des Schwarzwald-Gymnasium Triberg.
Christoph Häuseles Klassik-Rock-Musical beinhaltet das Musicalmäßige, also das Unterhaltende, mit Liedern, die wie Popsongs ablaufen. Doch etliche Stücke sind durchkomponiert, was bedeutet, dass die Musik sich mit dem Fortschreiten der Handlung entwickelt. Entgegen des üblichen Popmusik-Schemas nehmen sämtliche Instrumente an der Entwicklung Saras teil. Das ist der klassische Aspekt, doch die Band wiederum sorgt dafür, dass auch die rockigen Passagen nicht zu kurz kommen. Die unterschiedlichsten Instrumente helfen, die musikalischen Stilbereiche gut voneinander zu unterscheiden, denn Christoph Häusele verwendet E-Gitarre oder Saxophon neben Flöte und Geige.
Chor und Musiker sind genauso wie die Gesangssolisten auf der Bühne. Sie haben ihren Platz eindeutig unter den Agierenden, da in ,,Sara" die Musik nicht nur

Begleitung, sondern ein wichtiger Handlungsträger ist. Man muss schon genau hinschauen und hinhören um die musikalischen Linien und Strukturen mit- und nachvollziehen zu können.
Hört sich anstrengend und intellektuell an, doch der Genuss kommt trotzdem nicht zu kurz. Denn neben tonalharmonisch komponierter Musik sorgen die Bereiche Tanz und vor allen Dingen Licht für eine harmonische Einheit, um den Inhalt auch optisch zu realisieren. Doch Christoph Häusele zeigt auch die Realität. Bilder aus einem Tierversuchslabor, die auf eine Leinwand über der Bühne projiziert werden in Verbindung mit trauriger und sehr heftiger Musik gehen ganz schön unter die Haut. Also kein Stück für Kinder? ,,Den Tieren wird zwar Entsetzliches angetan, es gibt aber Menschen, die sich für sie einsetzen und das zeigen wir auch. Für Kinder ist es grundsätzlich von Bedeutung zu wissen, dass es auch in schwierigen Situationen Lösungen oder zumindest die Hoffnung drauf gibt und mit knapp einer Minute ist diese Szene verschwindend gering, "sagt der Autor dazu.
Aber auch ein erotischer Tanz und ein 30saitiger Monochord beinhaltet ,Sara`. Was das ist, erklärt Chistoph Häusele so: ,,Wir zaubern nicht nur mit Hilfe der Elektronik wunderbare Klänge und Stimmungen, sondern auch auf Instrumenten wie Digeridoo oder Monochord". Genauer geht es leider nicht und hier bleibt nur eins für alle Neugierigen - hingehen, anschauen und anhören!
Christoph Häusele findet es faszinierend mit Schülern und Erwachsenen musikalisch zu arbeiten. Was er mit seinem Werk bezweckt, formuliert er so: ,,Der spirituelle Aspekt, sprich das Aufgehen im Moment und der Weg des Miteinanders, liegt mir persönlich besonders am Herzen. Nichtsdestotrotz: Was wir an den vier Abenden mit ,Sara` bieten möchten, ist schlichtweg gute Unterhaltung".

Premiere des Klassik-Rock-Musicals ,Sara` von Christoph Häusele am 14.10.2005 im Kurhaus in Triberg um 19.30 Uhr. Weitere Aufführungen am: 15., 20. und 21.10.2005.

Und davon handelt ,,Sara": Neben Einstimmung und Ausklang hat das Stück fünf Stationen. Vor jeder Station gibt es jeweils eine kurze Einführung durch eine kleine Theaterszene, in denen der Narr das Publikum vertritt. Hier der Inhalt: Der ,Kleine Prinz` kehrt auf die Erde zurück. Dem ,,Negativen", das er dort antrifft, stellt er die Idee einer ,,besseren" Welt gegenüber. Sara hat gerade die Schulzeit hinter sich und denkt an die Zukunft. Sie liest den "Kleinen Prinzen", anschließend schaut sie mit den Eltern die Nachrichten. Zwei Welten treffen aufeinander: Unbeschwerte Lebensfreude und Verbundenheit mit der Schöpfung, sowie die sich täglich ereignenden Katastrophen.
Auf einer Demonstration von Tierversuchsgegnern lernt Sara Happy kennen. Beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen, und eine große Liebe beginnt. Das Meer, hier Symbol für Bewegung und Neubeginn, ist Schauplatz der Trennung. Sara erfährt, was es heißt, aus Liebe auf jeglichen Egoismus zu verzichten und ihren Freund nicht festzuhalten. Loslassen ist angesagt, kein Hängen an Vergangenem: Leben ist Wandel, Abschied bedeutet auch Veränderung.
Sara kann die Trennung zwar vom Verstand her begreifen, aber ihre Gefühle spielen nicht mit. Einsamkeit und Ausweglosigkeit bemächtigen sich ihrer, Liebeskummer treibt sie in tiefe Resignation. Eine innere Stimme wird sie in ihrem tiefen, läuternden Schlaf begleiten. Sara geht in eine Musikkneipe. Sängerinnen einer Popgruppe machen ihr Mut, die Suche nach dem Sinn des Lebens nicht aufzugeben: Sara soll Verantwortung übernehmen und ihre eigene Rolle auf der Bühne des Lebens erkennen. In der Stille der Natur wird Sara in ihr eigenes Inneres geführt. Sie erfährt zweierlei: Das Leben im Hier und Jetzt, also die Wichtigkeit des Augenblicks, und das Gefühl einer größeren Einheit. Sara findet zu sich, möchte ihre Liebe nun auf einen größeren Kreis ausdehnen und die ,,Umrandungen" zwischen den einzelnen Menschen überwinden. (Quelle: Christoph Häusele).

Barbara Dickmann