
Irgendwie verrückt: Das Musical "Tanz der Vampire" fasziniert Oma und Enkelin
Faszination, Gänsehautfeeling, mitreißende Musik, spektakuläre Tanzeinlagen, eine gute Story, Humor vom feinsten, fantastische Kulissen und Darsteller, die ihre Rolle ausfüllen – zu mindestens 150 Prozent! Keine Frage: Der „Tanz der Vampire“, das rockig-gefühlvolle Kult-Musical von Roman Polanski, hat es in sich. Denn die schöne Wirtshaustochter Sarah kann dem verlockenden Ruf des Vampir Graf von Krolock nicht wiederstehen und folgt ihm auf sein Schloss. Gefolgt von Professor Ambrosius und seinem jungen Assistenten Alfred, der in die schöne Sarah verliebt ist. Sie wollen sie retten, doch Sarah ist bereit zu sterben, um mit dem unheimlichen, übermächtigen, geheimnisvollen Vampir in seine dunkle Welt einzutauchen. Auch wenn ich mich wiederhole – die Geschichte, die Schauspieler – einfach super! Trotzdem, gehen Sie nicht hin, liebe Leserinnen. Und nehmen Sie erst recht nicht Ihre heranwachsende (Enkel-)Tochter mit (siehe Bericht von Gastautorin Ronja, 15 Jahre)! Sie werden süchtig – alle beide, wollen immer wieder hin und überlegen ernsthaft, einen Nebenjob anzunehmen, denn die ganze Geschichte ist nicht billig, wenn Sie Graf von Krolock ohne Opernglas in seine gruslig schönen Augen schauen wollen. Ach ja, und vergessen Sie den Knoblauch nicht, denn nicht selten steht so eine furchterregende Gestalt auf einmal vor Ihnen.
Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen, wenn da nicht eine große Frage wäre? Was macht dieses wahnsinnige, blutrünstige Musical wirklich aus und warum fühlt sich eine 15jährige genauso angesprochen wie eine 60jährige (bin ich mittlerweile)? Ronja und ich fragen Angelina Markiefka und Jan Ammann, die beiden Hauptdarsteller, die sieben Mal in der Woche in die 18jährige schöne Wirtshaustochter Sarah und den Vampir Graf von Krolock schlüpfen. Für Angelina ist das keine Frage: „Sarah ist der Mädchentraum. Sie darf die ganze Zeit sehr hübsch, verführerisch und witzig sein.
Sie ist naiv und sehnt sich nach diesem Übermächtigen. Sie will ausbrechen, etwas erleben, raus aus dem engen Leben. Sie will sich befreien!“
Sehnsucht ist auch ein bisschen Angelinas Geschichte. Doch „Sehnsucht“ hat viel Facetten, Angelinas Sehnsucht galt der Bühne, dem Applaus, dem Schauspiel...Vielleicht weckt sie genau diese Gefühle bei den Zuschauern?
Jan Ammann, locker, lässig, gut drauf und vom Typ „Schwiegermutters Liebling“ verkörpert auf der Bühne ein „Tier“, wie er es selbst sagt. Einen Jäger mit einer unstillbaren Gier nach Blut die er versucht zu beherrschen. Ein Vampir der menschelt, einen Sohn hat, sich zurücksehnt nach der Zeit als er ein lebendiges, warmes Wesen war und doch unwiderruflich tot ist. Eigentlich Hölle! Und das ist das Hauptthema, was so anrührt und so aktuell ist wie nie. Es geht um die Gier, die unstillbare Gier! Die Gier nach Schönheit, Reichtum, Erfolg und dem Ausleben sämtlicher Bedürfnisse. „Schlag die Zeitung auf“, sagt Jan Ammann, „ in dem Musical ist von Politik bis Sex alles drin!“
„Die unstillbare Gier“, ist für mich das beste, tiefgründigste Lied. Gesungen von Jan Ammann bleibt kein Auge trocken und auch Jan sagt, dass er seine ganze Professionalität braucht, um nicht danach loszuheulen. Und vielleicht steckt ja auch in jedem von uns ein bisschen Vampir, ein bisschen Gier, die wir zu beherrschen versuchen. Manchmal gelingt es und manchmal nicht. Keine Frage: Sehnsucht und Gier sind zwei ganz große Gefühle und deshalb geht dieses Musical so unendlich tief, berührt unser Innerstes und wühlt einfach auf. Der „Tanz der Vampire“ läuft noch bis Oktober in Stuttgart, danach in Berlin. Ronja und ich planen uns das Erlebnis noch ein viertes Mal zu gönnen bevor uns Graf von Krolock endgültig davonflattert. Doch darüber sprechen wir nur im Verborgenen, denn die gesamte Familie hält uns mittlerweile für etwas verrückt.
Tanz der Vampire
Das Mucial „Tanz der Vampire“ läuft im Palladium Theater, Plieninger Str. 109 in Stuttgart noch bis zum 16. Oktober. Spielzeiten sind von Mittwoch bis Sonntag. Telefonische Reservierung unter 01805-4444. Alle Infos unter www.musicals.de. Der Tipp: Für alle unter 26jährigen gibt es manchmal fünf Tage vorher Restkarten zu stark verbilligten Preisen, doch ohne feste Platzreservierung. Das Wort „Upir (später Vampir) taucht übrigens zum ersten Mal im Jahre 1407 schriftlich in Dokumenten auf.
Sehnsucht ist auch ein bisschen Angelinas Geschichte. Doch „Sehnsucht“ hat viel Facetten, Angelinas Sehnsucht galt der Bühne, dem Applaus, dem Schauspiel...Vielleicht weckt sie genau diese Gefühle bei den Zuschauern?
Jan Ammann, locker, lässig, gut drauf und vom Typ „Schwiegermutters Liebling“ verkörpert auf der Bühne ein „Tier“, wie er es selbst sagt. Einen Jäger mit einer unstillbaren Gier nach Blut die er versucht zu beherrschen. Ein Vampir der menschelt, einen Sohn hat, sich zurücksehnt nach der Zeit als er ein lebendiges, warmes Wesen war und doch unwiderruflich tot ist. Eigentlich Hölle! Und das ist das Hauptthema, was so anrührt und so aktuell ist wie nie. Es geht um die Gier, die unstillbare Gier! Die Gier nach Schönheit, Reichtum, Erfolg und dem Ausleben sämtlicher Bedürfnisse. „Schlag die Zeitung auf“, sagt Jan Ammann, „ in dem Musical ist von Politik bis Sex alles drin!“
„Die unstillbare Gier“, ist für mich das beste, tiefgründigste Lied. Gesungen von Jan Ammann bleibt kein Auge trocken und auch Jan sagt, dass er seine ganze Professionalität braucht, um nicht danach loszuheulen. Und vielleicht steckt ja auch in jedem von uns ein bisschen Vampir, ein bisschen Gier, die wir zu beherrschen versuchen. Manchmal gelingt es und manchmal nicht. Keine Frage: Sehnsucht und Gier sind zwei ganz große Gefühle und deshalb geht dieses Musical so unendlich tief, berührt unser Innerstes und wühlt einfach auf. Der „Tanz der Vampire“ läuft noch bis Oktober in Stuttgart, danach in Berlin. Ronja und ich planen uns das Erlebnis noch ein viertes Mal zu gönnen bevor uns Graf von Krolock endgültig davonflattert. Doch darüber sprechen wir nur im Verborgenen, denn die gesamte Familie hält uns mittlerweile für etwas verrückt.
Tanz der Vampire
Das Mucial „Tanz der Vampire“ läuft im Palladium Theater, Plieninger Str. 109 in Stuttgart noch bis zum 16. Oktober. Spielzeiten sind von Mittwoch bis Sonntag. Telefonische Reservierung unter 01805-4444. Alle Infos unter www.musicals.de. Der Tipp: Für alle unter 26jährigen gibt es manchmal fünf Tage vorher Restkarten zu stark verbilligten Preisen, doch ohne feste Platzreservierung. Das Wort „Upir (später Vampir) taucht übrigens zum ersten Mal im Jahre 1407 schriftlich in Dokumenten auf.
Aus junger Sicht - von Ronja Dickmann
Respekt!
Zu Weihnachten schenkten mir meine Großeltern Karten für das Musical „Tanz der Vampire“. Doch vorher sah ich mir den gleichnamigen Film von Roman Polanski an. Um es mal nett zu formulieren, danach war ich nicht mehr sooo begeistert von dieser Idee.
Als wir in Stuttgart ankamen, war ich ziemlich überrascht wie viele Leute da waren (also in dem Theater). Zufällig bekam ich mit, dass eine Frau sich das Stück schon zehnmal angeschaut hatte. Verrückt! Einfach nur verrückt!! Wer schaut sich schon zehnmal, immer und immer wieder das gleiche Stück an? Doch schon nach dem ersten Akt war ich, ehrlich gesagt, einfach nur baff! Es war unglaublich und die Frau fand ich nicht mehr ganz so verrückt. Dieses Musical ist einfach nur toll!! Es ist alles da, Witz, tolle Tanz-Szenen, Musik und ein ernsthafter Hintergrund. Die Darsteller können richtig, richtig gut singen!!! Viel besser als so ein Justin Bieber oder weiß Gott wie sie alle heißen!!
Inzwischen hab ich das Stück dreimal gesehen und ich würde es mir auch noch ein viertes, fünftes oder sechstes Mal anschauen!
Mit Jan Ammann (spielt Graf von Krolock) und Angelina Markiefka (spielt Sarah) konnten wir auch sprechen. Also wenn ich die Beiden auf der Straße getroffen hätte, hätte ich sie wahrscheinlich nicht erkannt.
Für Angelina Markiefka ist ein Mädchentraum in Erfüllung gegangen – für einen hohen Preis. Denn sie ist weit weg von Familie und Freunden. Aber wenn sie auf der Bühne steht, die Reaktion vom Publikum sieht und am Schluss der tosende Applaus, dann weiß sie, warum sie diesen Preis zahlt!
Jan Ammann kam für mich so rüber, als ob er fest auf dem Boden steht, was mich ehrlich gesagt überrascht hat! Ich meine, er wird ja schon auf ein Podest gestellt. Andererseits finde ich, dass die Musical-Stars viel zu wenig Aufmerksamkeit erhalten! Wenn ich in meiner Klasse sagen würde: „oh ich hab mit Jan Ammann und Angelina Markiefka gesprochen“, würden mich alle verständnislos anschauen und wahrscheinlich denken ich hätte einen Knall!!!
Auf jeden Fall finde ich die Beiden sehr sympathisch und ich habe wirklich Respekt davor was sie und alle Schauspieler und Sänger, die auf dieser Bühne stehen, leisten!
Respekt!
Zu Weihnachten schenkten mir meine Großeltern Karten für das Musical „Tanz der Vampire“. Doch vorher sah ich mir den gleichnamigen Film von Roman Polanski an. Um es mal nett zu formulieren, danach war ich nicht mehr sooo begeistert von dieser Idee.
Als wir in Stuttgart ankamen, war ich ziemlich überrascht wie viele Leute da waren (also in dem Theater). Zufällig bekam ich mit, dass eine Frau sich das Stück schon zehnmal angeschaut hatte. Verrückt! Einfach nur verrückt!! Wer schaut sich schon zehnmal, immer und immer wieder das gleiche Stück an? Doch schon nach dem ersten Akt war ich, ehrlich gesagt, einfach nur baff! Es war unglaublich und die Frau fand ich nicht mehr ganz so verrückt. Dieses Musical ist einfach nur toll!! Es ist alles da, Witz, tolle Tanz-Szenen, Musik und ein ernsthafter Hintergrund. Die Darsteller können richtig, richtig gut singen!!! Viel besser als so ein Justin Bieber oder weiß Gott wie sie alle heißen!!
Inzwischen hab ich das Stück dreimal gesehen und ich würde es mir auch noch ein viertes, fünftes oder sechstes Mal anschauen!
Mit Jan Ammann (spielt Graf von Krolock) und Angelina Markiefka (spielt Sarah) konnten wir auch sprechen. Also wenn ich die Beiden auf der Straße getroffen hätte, hätte ich sie wahrscheinlich nicht erkannt.
Für Angelina Markiefka ist ein Mädchentraum in Erfüllung gegangen – für einen hohen Preis. Denn sie ist weit weg von Familie und Freunden. Aber wenn sie auf der Bühne steht, die Reaktion vom Publikum sieht und am Schluss der tosende Applaus, dann weiß sie, warum sie diesen Preis zahlt!
Jan Ammann kam für mich so rüber, als ob er fest auf dem Boden steht, was mich ehrlich gesagt überrascht hat! Ich meine, er wird ja schon auf ein Podest gestellt. Andererseits finde ich, dass die Musical-Stars viel zu wenig Aufmerksamkeit erhalten! Wenn ich in meiner Klasse sagen würde: „oh ich hab mit Jan Ammann und Angelina Markiefka gesprochen“, würden mich alle verständnislos anschauen und wahrscheinlich denken ich hätte einen Knall!!!
Auf jeden Fall finde ich die Beiden sehr sympathisch und ich habe wirklich Respekt davor was sie und alle Schauspieler und Sänger, die auf dieser Bühne stehen, leisten!
